Tribute-CDs sind in letzter Zeit einige aufgetaucht, von “Dub Side of the Moon” bis “Radiodread“. Es gibt CDs mit Lullaby-Versionen von Björk bis Green Day, damit schon Säuglinge auf den richtigen Musikgeschmack gebracht werden können. Manche dieser Tributes sind eher peinlich, mache recht gut gemacht. Fast alle polarisieren, denn es lässt sich immer darüber streiten, ob das ganze reine Geldmacherei mit populären Namen ist oder dem Original gerecht wird.
Dennoch möchte ich hier – als ersten donnerstagsCDtipp – das String Quartet Tribute To Massive Attack vom Vitamin String Quartet (Vitamin Records, Released 4.1.2005) vorstellen (nicht zuletzt, weil wir auf das neue Album von Massive Attack wohl noch einen Moment warten müssen). Wenn man sich die Liste der Tribute-CDs bei Vitamin durchschaut, dann macht sich das Gefühl von fabrikmässiger Herstellung der Alben breit, denn es erhielten schon etliche Bands eine Tribute-CD (momentan sind im Katalog des Labels 268 String-Tribute-Alben aufgeführt!).
Trotzdem ist die Qualität dieses Massive Attack-Tributes sehr hoch, die Songs wurden mit viel Liebe zum Detail interpretiert. Nicht dass sie immer nahe am Original sind, im Gegenteil. Von manchen der Tracks sind nur noch Melodiefetzen erkennbar, so wie zum Beispiel bei “Unfinished Sympathy” – logisch eingentlich, denn wie soll man den tragenden Bestandeil des Songs, nähmlich den Beat auch mit einem Streicherquartet, nähmlich Violine, Viola und Cello, nachspielen.
Oftmals bleibt es auch nicht beim Streicherquartet. Bei vielen Tracks wurde warscheinlich noch ein wenig mit dem Sampler nachgeholfen, um dem Sound eher gerecht zu werden, und bei einigen wurden noch Percussion-Elemente hinzugefügt, wie z.B. bei “Rising Son“.
Eines der schönsten Interpretationen ist jene von “Safe From Harm“, mit den gezupften Instrumenten, dem Höhepunkt in der Mitte des Tracks, dann ein “Full-Stop” und dem erneuten weiterfahren mit der Melodie einen Ton höher. Auch bei “Inertia Creeps” ist die Umsetzung gelungen; es klingt (wie das Original auf Mezzanine) sehr orientalisch mit der besonderen Percussion.
Mit “Oto” ist der letzte Track auf dem Album nicht von Massive Attack, sondern ein von Massive Attack inspiriertes Stück vom Vitamin String Quartet.
Schon der Schotte Craig Armstrong hat auf seinen Solo-Alben Themen von Massive Attack-Songs weiterverarbeitet, für deren Orchestrierung er bei Massive Attack verantwortlich war (“Sly” von Massive Attacks Protection, “Sly II” auf Armstrongs “The Space Between Us“). Wem Armstrongs Interpretationen aber auch ein wenig zu glatt, zu feingeschliffen erscheinen, der könnte an diesem Tribute-Album noch seine Freude haben, denn hier sind die Instrumente um einiges roher, dynamischer und somit lebendiger gehalten.
Reinhören in drei Tracks des Albums kann man hier:
http://www.vitaminrecords.com/…
Trackliste:
01 Angel
02 Hymn Of The Big Wheel
03 Rising Son
04 Better Things
05 Safe From Harm
06 Inertia Creeps
07 Sly
08 Teardrop
09 Three
10 Weather Storm
11 Unfinished Symphony
12 Oto (Original Composition)












