Eine Frage, welche sich vielleicht schon einige Musikliebhaber gestellt haben ist jene nach dem letzten Song, den man auf dem Totenbett oder beim eigenen Begräbnis gespielt haben möchte. Das Electro-Label Get Physical, welches soeben seine 100ste Katalognummer veröffentlichte, hat diese zugegebenerweise delikate Frage einigen DJs gestellt. Aus den Antworten der 13 DJs ist diese Compilation entstanden: Final Song Vol. 1.
Wenn man aber bei anderen von Künstlern zusammengestellten Compilations meistens eine gewisse Homogenität vorfindet (so z.B. bei der LateNightTales-Reihe), so bewirkt die Tatsache, dass jeder Track von einer anderen Person ausgewählt wurde, dass jenste unterschiedliche Stilrichtungen zusammentreffen. Dies macht die Platte wohl abwechslungsreich, aber auch unberechenbar und zeitweise – vor allem wegen den abrupten Stil-, Tempo- und Lautstärkenwechsel (z.B. von Cerrone auf Radiohead) – ein wenig mühsam zum Durchhören.
Bis auf eine Ausnahme (Chloé) haben sämtliche angefragten DJs Stücke von anderen Künstlern ausgewählt. Die Auswahl spiegelt wohl den Charakter der befragten Persohn wieder, denn einige wünschen sich zu ihrer “Abdankung” sehr melancholische, ruhige und eher traurige Stücke, andere dann wieder vergleichsweise “fröhliche” Songs.
Viele Tracks kann man eigentlich als logische Auswahl ansehen, jene nähmlich, die man sich auch als Abspann für einen Film vorstellen könnte, wie z.B. den ersten, das Klavierstück “1. Gymnopédie” von Erik Satie, ausgewählt von DJ T.
Das meint ::exit.music::
Womöglich ist es nicht der einfachste Job, Inti Illimani, Cerrone, Peggy Lee und Radiohead auf einem Sampler sinnvoll aufeinander folgen zu lassen, aber die Compiler scheitern an dieser Aufgabe nicht nur, sie scheinen es gar nicht erst versucht zu haben. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt für einen Sampler. Für eine Empfehlung reichts dennoch, zu schön die Idee und zu gut die Musik.
Mit der Auswahl von DJ Storm, Photeks “Modus Operandi“, ist dann auch der erste Künstler aus der elektronischen Ecke verteten. Der Track selbst hingegen ist eher unspektakulär bis langweilig. Der Aufbau, welcher in der ersten Minute vollzogen wird, wird danach weitgehend unverändert weitere 6 Minuten gestreckt.
Wie man sich Cerrones “Supernature“, ein Knight-Rider-Titelsong-Ähnlicher Disco-Track an einem Totenbett vorstellen muss, sei dahingestgellt. Ansonsten passend zum Thema und somit in ein Gesamtbild passen Chloés “Paradise“, Peggy Lees “Is There All There Is?” und auch Brian Enos “An ending (ascent)“.
Man kann sich also etwa ein Bild der verschiedenen Meinungen der Gefragten zum Thema machen. Wenn man einige Ausreisser (der Stimmung wegen) weiterskippt, erhält man eine Interessante Sammlung mit “Songs für die letzten Minuten”. Da sich die Auswahl aber sehr “diagonal” durch die Musikgenres zieht, ist die Idee einer Solchen Zusammenstellung wohl interessant, aber leider dennoch ein Kuriosum.
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Tracks:
- Erik Satie – 1. Gymnopédie (Selected by DJ T.)
- Rob Gallagher – Little One (Selected by Gilles Peterson)
- Photek – Modus Operandi (Selected by Storm)
- The Stranglers – Golden Brown (Selected by DJ Hell)
- Cerrone – Supernature (Selected by Kevin Saunderson)
- Radiohead – Sit Down Stand Up (Selected by Laurent Garnier)
- Chloé – Paradise (Selected by Chloé)
- The Beach Boys – ‘Til I Die (Selected by David Holmes)
- Peggy Lee – Is That All There Is? (Selected by Ewan Pearson)
- Inti Illimani – Caramba, Yo Soy Dueno del Baron (Selected by Ricardo Villalobos)
- Link – Amenity (Selected by Richie Hawtin)
- Pharoah Sanders – Astral Travelling (Selected by Francois K)
- Brian Eno – An Ending (Ascent) (Selected by Coldcut)
Rating: 






















