Das portugiesische Buraka Som Sistema bringt den Kudoro aus den Strassen Luandas und Lisboas auf die grosse Bühne.
Global Beats erobern die westlichen Clubs. Nach der Minimal-Schiene, die definitiv zu lange gefahren wurde, kommen diese aufgeregteren und aufregenden Klänge gerade recht. Kuduro nennt sich eine dieser neuartigen Stilrichtungen, die Elemente aus aller Welt in sich vereint. Karneval-Rhythmen aus der Karibik, afrikanische Perkussion, die dreckigen Hip Hop-Vibes des Miami Bass und des funk carioca und derbe Techno- und Tribal House-Beats vermischen sich zu einem aggressiven und intensiven Gemisch. Dieser Amalgam entstand in der grössten Stadt Angolas, und wurde von angolanischen Immigranten in die Strassen Portugals gebracht. Trendsetter wie Diplo haben die rauen Elektro-Klänge bereits seit einer Weile in ihren Playlists. “Black Diamond“ gilt nun als erstes grosses Album des jungen Genres.
Die ersten vier Titel auf “Black Diamond“ sind eine kaum missverständliche Ansage und schlagen dabei ein wie eine Granate. Bei “Luanda/Lisboa“ oder “Sound Of Kuduro“ (unter anderem mit M.I.A. am Mikrofon) fängt nach einigen Sekunden Anlaufszeit alles Feuer, einfache Synthie-Melodien schneiden sich ins Ohr, derbe Basslines und pumpende House-Beats lassen den Club, das Wohnzimmer oder die Kopfhörer beben. “Aqui Para Vocas“ vermischt die Reduziertheit des brasilianischen funk carioca mit den typischen Kuduro-Stilelementen, darüber läuft Deize Tigrona, eine der bekanntesten und besten Sängerinnen der Hip Hop-Spielart aus den Favelas Rios, zur Hochform auf.
In seinen besten Momenten gerät das Album auch in deepe (“General“) und dubbige (die beiden fantastischen “New Africas“-Teile) House-Gefilde. Hier darf in der Tat von “progressive kudoro“ gesprochen werden. Aber mal ganz nüchtern betrachtet: Klingt der Grossteil davon nicht einfach nach ziemlich üblem Schrott? Leider doch. Buraka Som Sistema sind nicht nur rau, energisch, eingängig und sorgen für ausgelassene Feierstimmung, nein vor allem bei genauerem Hinhören auf Albumlänge offenbart sich: ihr Sound ist zu einem grossen Teil nur billig und plump gemacht, simpel und dumpf. Wen all das aber nicht stört, dürfte mit “Black Diamond“ eins der aufregenderen Alben aktueller Tanzmusik vorliegen haben.
Reinhören kann man hier:
http://www.myspace.com/burakasomsistema
(Tobias Imbach / exit.music)
Dies ist ein Review von unserer Partnerseite
Tracks:
- luanda – lisboa
- sound of kuduro
- aqui pra voces
- kalemba (wegue wegue)
- kurum
- ic19
- tiroza
- general
- yah
- skan & move
- d..d..d..d..jay
- new africas pt.1
- new africas pt.2
Rating: 






















