Kaum hab ich auf „Play“ gedrückt, beginnt es. Mit allem was wichtig ist: Gesang und Gitarre. Spontan erinnert es mich an Apparat (wegen der elektronischen Stimme). Schöne Melodien sind es. Traurig, poppig, ruhig und perfekt zum Autofahren, da das Tempo recht schnell ist.
Schnell merke ich, dass mir diese Musik gefällt, und ich bin überrascht. Ich mag keine Gitarrenmusik und keinen Rock. Aber doch gefällt es mir. Es liegt am Sänger Skip Danko. Seine Stimme ist so schön, sanft und zurückhaltend, und doch ist er das allerwichtigste “Instrument” dieser CD. Zur Band gehören ausserdem Milan East (Bass, Rhodes, Synths, Production), Thilko Rassau (E-Guitar & Acoustic Guitar), Enno Lengert (E-Guitar & Contrabass) und Sebastian Maier (Drums).
Vielleicht könnte man SUE auch mit Air oder Zero7 vergleichen. Luftig weich, aber trotzdem Gitarre. Die Stimme steht im Zentrum, und die Melodien. Man kann gut mitsingen, die Melodien einfach, und erahnbar. Ich würde die Musik als Indiepop, Pop oder Singer/Songwriter bezeichnen. Wichtig ist mir, dass ich die Stimme des Sängers mag. Und die ist wirklich schön. Sanft erzählt sie eine Geschichte, gut verständlich. Es ist ruhige Gitarrenmusik, perfekt zum Zugfahren, nichts tun, oder faulenzen, und dem Regen zuzuschauen (bisschen Melancholie ist nämlich schon drin). Einfache Musik, aber gut und schön.
„Unsigned Hype“ ist ein ziemlicher Stilbruch zum Rest der CD. Plötzlich Synthesizer und Computerstimme. Es erinnert mich an die Technoband Aqua. Skilager und Bravohits-Stimmung. Aber sogar hier bleiben die Melodien schön, und die Musik bleibt irgendwie trotzdem gut.
„New York“ ist wunderschön. Ich sehe vor mir einen Vater, wie er seinem Kind mit der Gitarre ein Gutenachtlied vorspielt, und sein Kind langsam in den Schlaf singt. Ja, diese Musik hat so etwas Beruhigendes. Und wieder muss ich die Stimme des Sängers loben. Sie ist an allem schuld. Zum Beispiel auch, dass es mir nicht als Rock vorkommt. Die Stimme schreit überhaupt nicht, klingt nicht aggressiv. Sie singt schön ruhig und sanft, wirklich wie wenn man ein Kind in den Schlaf singen möchte.
Mit Elektro hat „Home Philosophy“ nichts zu tun. Also ganz kurz tauchen mal einpaar elektronischen Tönchen auf, oder eine elektronische Stimme. Mich erinnert die Stimmung während den elf Liedern eher an die Band Myballoon. Melancholischer Rock mit schönen Melodien, würd ich dem sagen. Auch U2 oder Helios kommen mir kurz in den Sinn. Es ist federleichter Sound, man glaubt, zu fliegen. Aber es ist eine andere Leichtigkeit wie beim Ambient oder sphärischem Elektro. Hier ist immer diese Stimme, die konstant etwas zu erzählen hat.
Die Musik klingt zwar eigentlich sehr traurig, aber ich möchte trotzdem vor Freude durchs Zimmer tanzen. Ja, die Musik ist absolut tanzbar. Und die ganze Verantwortung liegt beim Sänger. Er muss die Stimmung rüberbringen. Der Hintergrund, scheint mir, spielt nicht so eine Rolle. Und diese Aufgabe meistert Skip Danko perfekt. Die Melodien sind bei allen Liedern immer wieder ähnlich. Aber wenn etwas schön ist, darf es sich auch wiederholen.
Ich bin begeistert von dieser Platte. Vielleicht könnte man dem Gitarren-Pop sagen? Ja, es ist eigentlich simpler Pop, aber Pop vom Feinsten. Gibt es überhaupt schönen Pop? Ich würde sagen, selten. SUE ist nett, schön, unkompliziert und zum mitsingen. Schwebende Leichtigkeit und Glücklichkeit zum Aufwachen oder Einschlafen. Traurig, ruhig, beruhigend, aber auch tanzend und vor allem einfach nur schön.
(meret)
Reinhören: http://www.myspace.com/gowithsue
Tracks:
- This is
- I Woke Up
- Unsigned Hype
- New York
- Hamburg is the Love
- Sad Place
- Sail the Air
- A Sun Light Please
- Get Back on a Chain
- All we got
- Freak
Rating: 





















