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Review: Herbaliser

 Session 2

(28.07.09 / !K7)

Das Album - bereits die zweite "Sessions"-Ausabe nach der "Sessions One" aus dem Jahr 2000 - wurde eigentlich unter dem Bandnamen "The Herbaliser Band" veröffentlicht. Von den üblichen Alben des Londoner Duos unterscheiden sich die Sessions eigentlich hauptsächlich dadurch, dass sie weitgehend instrumental, also ohne Rap-Einlagen oder Gesang gehalten sind. Die Musik hält sich aber - wie schon auf dem letzten Herbaliser-Album Same As It Never Was (2008) grösstenteils im Jazz, Breakbeat und Big Band-Bereich auf. Dazu gibts immer viel Scratches und eingeworfene Samples zu hören. Jedoch handelt es sich bei den meisten Tracks um solche, die schon auf "normalen" Herbaliser-Alben zu hören waren, Live gespielt wurden und jetzt nochmal im Studio aufgenommen wurden.

Im Vergleich zu den Originalen sind aber die meisten Tracks recht stark in einen "60-Jahre-Filmmusikstil" gerückt worden. Man stellt sich beim Hören immer wieder Szenen aus alten Klamotten mit Peter Sellers oder einer deftigen Verfolgunsjagt in einem James Bond-Film vor. Da drängen sich Vergleiche mit grossen Namen wie Quincy Jones oder John Barry geradezu auf. Durch die Scratches, die offensichtliche Verwendung von Samples (vielmals anstatt einer richtigen Big Band) und der Aufpeppung und "Modernisierung" der Beats hauen die Tracks jedoch auch in die selbe Kerbe wie die Soundtracks von Filmen wie Ocean's Eleven oder denen von Guy Ritchie. Und obwohl scheinbar immer noch recht viel "richtig eingespielt" wurde - es wurde wie bei früheren Alben wieder mit dem Easy Access Orchestra (die Bläser von Ralph Lamb und Andy Ross) zusammengespielt - ist vielmals sehr schwer zu hören, wo eingespieltes aufhört und Sample-Konserve oder Synthie anfängt.

Aufgelockert durch die jeweils recht kurzen Intermezzos "AM Prelude", "MS Prelude" und "CC Prelude" ist das ganze Album eigentlich recht nette Hintergrundmusik, mehr jedoch nicht wirklich. Ein Grossteil der Musik ist wohl wie schon gesagt aus Samples zusammengeschnipselt, woran ja auch nichts auszusetzen ist, zumal Jake Wherry und Ollie Teeba ihr Handwerk sehr gut verstehen. Dennoch plätschern, rasseln und scheppern viele Tracks vor sich hin, ohne dass viel mehr passieren würde. Ausnahmen sind vielleicht die Tracks "Moon Sequence" und  "Stranded on Earth" (dessen Original auf dem letzten Album Same As It Never Was zu finden ist), wobei letzteres vom Stil her ironischerweise recht viel ruhiger als die anderen Tracks ist, und sich schon fast in Richtung Lounge bewegt. Doch bei beiden haben wir viel Melodie, einen Aufbau und ein wenig Verschnaufpausen zwischen dem ganzen Gerassel. Viele der anderen Tracks klingen wie endlose Zwischenteile oder Breakes.

Zu erwähnen sind jedoch sicher die Bläser und Sax-Anteile vom oben genanntem Easy Access Orchestra, auf welche das Album wohl hauptsächlich zugeschnitten wurde. Diese halten viele der Tracks immer noch zusammen, wenn der Rest der Musik ein wenig zu sorglos zusammengewürfelt scheint. Wer also mit jenem Jazz / Big Band / Turntableism-Sound etwas anfangen kann, dem kann man dieses Album sehr empfehlen. Anderen Hörern könnte das ganze eventuell nach einigen Minuten ein wenig auf die Nerven gehen.

(grid)

Reinhören: www.myspace.com/theherbz


Tracks:
  1. Mr Chombee Has The Flaw
  2. Geddim!
  3. AM Prelude
  4. Another Mother
  5. Blackwater Drive
  6. MS Prelude
  7. Moon Sequence
  8. Amores Bongo
  9. CC Prelude
  10. Theme From Control Centre
  11. Stranded on Earth
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