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Review: Last Vote

 There Is Sound

(13.12.07 / (self))  

Vor gut einem Jahr erschien unser Konzertbericht von einem Winterkonzert der Band Last Vote aus Basel (siehe hier). Damals wurde das Debüt-Album schon angekündigt, welches inzwischen veröffentlicht wurde. Was damals jedoch noch niemand wusste oder geahnt hätte ist, dass Zeitgleich mit der Veröffentlichung, sprich der Plattentaufe, die Band auch gleich aufgelöst würde. So bleibt uns hier das Review eines Albums mit dem Namen "There Is Sound".

Last Vote benutzen für sich den Untertitel "Sense The Harmonic Noise". Dies beschreibt die Musik schon sehr gut, die gemeinhin dem inzwischen schon sehr strapazierten Genre "Post Rock" zugeordnet wird. Also sehr langgezogene Strukturen, im Normalfall gegen 15 Minuten, jeder Akkord wird ausgekostet, ein neu eingeführter Akkord wird jeweils minutenlang ausprobiert und bearbeitet. Dabei klingen die Tracks im Vergleich zu stilnahen Bands wie Mono (jap) oder Mogwai auch mal nach Aufbruch und Freude, teilweise aber auch traurig und nach verzweiflung.

Im Vergleich zum Demo-Album kommen auf "There Is Sound" neben Gitarre, Bass und Schlagzeug auch bald weitere Instrumente wie Querflöte und Cello zum Zug. Später auf dem Album hört man gar Samples. Gleich im Opener "Common Time" übernimmt die Querflöte früh die Melodie und wird später vom Cello abgelöst. Nach minutenlagem Aufbau erreicht die Musik ebendiesen Klang, den die Band wohl als den spürbaren "harmonic noise" bezeichnet, bei dem man an Konzerten einfach nur noch gebannt auf die Bühne starrt.

Auch "Ask Carolina", eines der beeindruckensten Stücke des Albums, arbeitet mit einem extrem langsamen Aufbau. Ganze fünf Minuten werden die gleichen beiden Akkorde gespielt, immer nur ein ganz kleines Stückchen weiter zusammengesetzt. So wird die Rampe bis zum Ausbruch weitergebaut, um sich danach wieder an den Abstieg zu machen, bei dem die Struktur Stück für Stück wieder auseinandergenommen wird.

Nach dem Titeltrack "There Is Sound", mit Sprachsamples und Effektbelegtem Cello, kommt mit "Muscat" ein Ausnahmestück auf dem Album: Mit nur 3:30 das kürzeste, besteht es aus atmosphärischer Pianomusik, Strassengeräuschen und Akkordeon. Ein Luftholen vor dem vermeindlich letzten Stück "All I Have Left". Dies hat nochmals den angesprochenen Aufbau und die Drums wie bei "Ask Carolina", zu Beginn nur mit den Schlegeln (Trommelschlegel mit Filzkopf) gespielt. Nach kurzer Wartepause kommt jedoch noch ein überraschender Hidden-Track: Gitarre, Bass, Drums und ein Duett aus - na so was - Hip-Hop. Ein Dialog, Englisch und Französisch.

Dieser Abschluss des Albums, der Hidden-Track, zeigt nicht nur, zu welchen verschiedenen "Ausflügen" die Band während ihrem Bestehen fähig war, sondern auch was nach deren Auflösung weiteres Entstehen könnte, wenn sich die verschiedenen Mitglieder neuen Projekten zuwenden. Auf Anfrage wurde jedenfalls bestätigt, dass dies der Fall sein wird. "There Is Sound" kann also auch in Zukunft gesagt werden. Wir werden euch auf dem Laufenden halten, wenn wir etwas darüber hören.

(grid)


Tracks:
  1. Common Time
  2. Ask Carolina
  3. There Is Sound
  4. Muscat
  5. All I Have Left
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