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Review: Susumu Yokota

 Love Or Die

(17.03.08 / Lo Recordi)

Beruhigende Klaviermusik mit Beat. Die Idee gefällt mir, Klavier mit Beat zu mischen. Bisschen Kitsch und bisschen Synthesizer. Das Klavier fliesst und fliesst, in einer derartigen Leichtigkeit, dass es nie mehr aufzuhören scheint. Immer die gleichen 3-4 Töne. Einerseits tönt es nach Friede-Freude-Eierkuchen, hat aber auch etwas Ruhiges und Entspannendes an sich.

Sofort fällt mir auf, dass ich noch nie so lange Liedtitel gesehen habe. Wow, ganze Sätze sind das!
Track 2, "A Slowly Fainting Memory of Love and Respect, And Hatred" beginnt mit einem harten Beat. Zu hart, finde ich. Dazu kommt sphärische Hintergrundmusik. Eine lustige Melodie, wenn auch nur leise hörbar. Eine seltsame Kombination. Der Beat sagt mir, dass es Tanzmusik ist. Aber der Chill-Out im Hintergrund sollte dich gleichzeitig einschläfern. Beides geht nicht. Beat und Melodie, die stören sich gegenseitig. Spannend ist aber, dass man sich mit der Zeit an den Beat gewöhnt, und diesen gar nicht mehr hört. So würde man eher sagen, es sei ein ruhiges Lied (obwohl es das gar nicht ist).

Dieses Gefühl habe ich auch beim nächsten Lied. Hohe, luftige Computertönchen, und dazu gibt’s Beat. Susumu Yokota vermischt zwei Dinge, die eigentlich Gegensätze sind. Tanzen zu seiner Musik wird schwierig. Der Körper ist verwirrt: Soll er jetzt tanzen, oder sich lieber entspannen auf dem Sofa? Ich denke, der Hörer wird sich dann doch fürs Sofa entscheiden. Die leichten Tönchen besiegen irgendwie den Beat.

"Love or Die" ist eine ruhige CD. Klavier ist ganz klar das Hauptinstrument. Es kommt immer wieder. Oftmals wiederholen sich die Melodien endlos lang. Immer nur die gleichen 3 Töne. Simple Melodien, aber schön. Luftig weich, und zum Teil könnte es dich fast hypnotisieren. Vor allem auch, weil ein Lied bei Yokotoa ewig dauert. Manchmal wird’s dann fast langweilig. Die Musik hat etwas Leichtes und Unbekümmertes und erinnert mich teilweise an Helios. Aber da gibt’s halt immer diesen harten Beat, der dazwischenfunkt. Ein Beat, der einfach nicht zum Rest passt.

Auf der ganzen Platte gibt es zwei Lieder, die sich abheben vom Rest. Die sind plötzlich ganz anders, und die Qualität um einiges besser. Das sind Nummer 5, "The Sin of Almighty God, Respected and Believed by the Masses" und 8, "The Scream of a Sage Who Lost Freedom and Love Taken For Granted Before". Der Unterschied ist, dass hier eine Gitarre dazukommt. Jetzt wird’s spannend. Trance-Elemente kommen dazu (aber ohne Beat), Jazz und Drum’n'Bass. Super, hier getraut sich Yokota, mal etwas Neues in seine Musik aufzunehmen. Und ich bin recht überrascht, wie anders es jetzt klingt. Plötzlich passt alles perfekt zusammen.

Schade, dass nicht die ganze Platte so ist, wie Nummer 5 und 8. Aber vielleicht will sich Yokota doch lieber den Gegensätzen widmen? Beat und Chill-Out so zusammenmischen, dass es sich beisst. Zum Hören wird es entweder anstrengend oder langweilig. Aber eigentlich bewundernswert, dass er es durchzieht.

(meret)


Tracks:
  1. For the Other Self Who Is Far Away That I Can Not Reach
  2. A Slowly Fainting Memory of Love and Respect, And Hatred
  3. The Loneliness of Anarchic Beauty Achieved By My Ego
  4. A Heart-warming and Beautiful Flower Will Eventually Wither Away and Become Dirt
  5. The Sin of Almighty God, Respected and Believed by the Masses
  6. That Persons Hearsay Protects My Free Spirit
  7. The Things That I Need To Do For Just One's Love
  8. The Scream of a Sage Who Lost Freedom and Love Taken For Granted Before
  9. A Song Produced While Floating Alone on Christmas Day
  10. The Now Forgotten Gods of Rocky Mountain Residing In The Back of The North Woods
  11. The Sacred Ceremony Concieved by Chance From an Evil Lie
  12. The Destiny of the Little Bird Trapped Inside a Small Cage For Life
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