Open player
HomeNewsBlogBandlisteReleasesKonzerteForumGuestbookLinksAbout page


14.08.2008
Details zum neuen Album von Magnetfisch

  mehr infos

01.08.2008
Neue Björk-Single

  mehr infos

01.08.2008
MyCokemusic.ch - Marylane ist in der zweiten Runde

  mehr infos

17.07.2008
Neues Massive Attack Album - ein Zwischenbericht

  mehr infos

10.07.2008
Bereits wieder Rumours über viertes Portishead-Album

  mehr infos

09.07.2008
Nächste VICE-Party in Montreux

  mehr infos










Hier kannst du die aktuellen News von www.Out-of-space.ch als E-Mail abonnieren!

Newsletter-Archiv



Kaufe hier eines von
über 20 verschiedenen www.Out-of-space.ch T-Shirts
und unterstütze uns so.

T-Shirts



KONZERTBERICHT: Slow Music 2: Earth, KTL, Sir Richard Bishop

Dampfzentrale 17.02.2008 Portrait
KTL

CD-Kritiken
KTL 2


Die Berner Dampfzentrale scheint ein Herz für Fans der Drone-Musik zu haben: Bereits zum zweiten Male führte sie ein Konzert in der losen Reihe mit dem passenden Namen "Slow Music" durch, welche sich ganz der doch eher unbekannten Musikrichtung mit den langsamen, tiefen Dauertönen widmet.

Während bei der ersten Veranstaltung die doch eher klassisch orientierten Stars Of The Lid zu Gast waren und der Saal auch entsprechend bestuhlt und mit einem gereiften Publikum bestückt war, verzichtete man dieses Mal passenderweise auf Sitzgelegenheiten. Das recht zahlreich erschienene Publikum, das die metalgeprägten Pioniere des Drone Dooms von Earth angezogen hatten und dementsprechend ein bunter Mix aus Metallern, studentisch wirkenden Twens und Altrockern war, hätte Stühle wohl auch kaum geschätzt.
Neben der Band von
Dylan Carlson standen noch die dunklen KTL (Review siehe hier) und der Exzentriker Sir Richard Bishop (ehemals Sun City Girls) auf dem Programm.



Als erstes betrat Bishop die Bühne, wobei er nur mit einer elektronischen Gitarre bewaffnet war, welcher er sich mit Hingabe widmete. Vieles tönte doch sehr improvisiert und manchmal, besonders, wenn er ein Stück unvermittelt abzubrechen schien, wähnte man sich eher in einem Proberaum statt in einem Club. Vor allem den Anfang, welcher unter anderem eine sehr eigenwillige Interpretation des Wizard-Of-Oz-Klassikers „Somewhere Over The Rainbow“ enthielt, empfand ich als nicht sonderlich packend. Allerdings legte er gegen Ende doch sehr zu und es schien als habe der Blasphemiker Bishop wie anno dazumal der gute Thommy Johnson dem Teufel seine Seele im Tausch gegen ein perfektes Gitarrenspiel feilgeboten. Der Mix aus Folk, spanisch gespielter Gitarre und orientalischen Einflüssen kam beim doch sehr schnellen Tempo erst recht zur Geltung und auch das (wiederum sehr eigenwillige) Mars-Volta-Cover gefiel.



Nach einer kurzen Pause erschien das Duo KTL - der Name stammt von der Theaterproduktion „Kindertotenlieder“, für welche die beiden Musik komponieren – im Nebel. Die Bühne war so sehr in Kunstnebel gehüllt, dass sowohl die beiden Musiker als auch einige Zuschauer zuerst einmal herzhaft husten mussten. Stephen O'Malley, der auch Teil der von Earth inspirierten Drone-Band Sunn O))) ist, machte es sich an der Gitarre gemütlich, der Franzose Peter Rehberg war für die Elektronik zuständig. Mit sehr tiefen (und lauten) langsamen Soundstrukturen und geschickt eingesetzten Elektronikeffekten schickten die beiden die Zuschauer auf eine Reise ins Reich der Finsternis. Solch dichte Musik habe ich noch sehr selten erleben können und KTL gehört definitiv zu den Bands, die man einfach live erleben muss, um ihre ganze Stärke zu begreifen. Die langsamen, immer sehr tiefen und bedrohlichen Gitarrenstrukturen, die zuhause allenfalls langweilig wirken mögen, entfalten mit einer guten Anlage erst ihre ganze Wucht. Einzig die etwas zu helle Beleuchtung störte die ansonsten perfekte Atmosphäre. Dass der Auftritt nur dreissig Minuten (und eine Komposition) lang dauerte, war sicher eine weise Wahl, denn obwohl man sich in der Musik gänzlich verlieren konnte, war man doch nicht unglücklich, diese Dunkelheit wieder einmal verlassen zu dürfen und an der Bar wieder Menschen schwatzen und lachen zu hören.



Earth präsentierte sich, auch wenn die Band sicher noch sehr weit von einem Mainstream entfernt ist, doch einiges zugänglicher. Neben Mastermind Dylan Carlson an der Gitarre, waren auch ein Bass, ein Schlagzeug und ein E-Piano präsent. Im Gegensatz zu früheren Werken hat Earth also wieder zu den Drums zurückgefunden. Sehr präzise und perfekt abgestimmt präsentierten die Amerikaner, welche nur aktuelle Stücke spielten, eine sehr langsame Version von Country, Blues und Rock mit gelegentlichen elektronischen Effekten. Vor allem Adrienne Davies an den Drums ist dabei hervorzuheben, passten ihre im Zeitlupentempo verteilten Schläge doch immer auf die Millisekunde in den Song. Ein wirklich gefälliges Konzert, wenn auch leider ohne Zugabe und daher mit knapp einer Stunde zu kurz. Es wurde aber doch mehr als nur klar, warum Dylan Carlson einen Kultstatus geniesst, welcher darüber hinaus geht, dass er mit Kurt Cobain die ominöse Schrotflinte kaufen gegangen sein soll.

Die Dampfzentrale hat wieder einmal ein sehr gelungenes Programm zusammengestellt und ich freue mich auf eine dritte Runde von „
Slow Music“. Den Abwesenden möchte ich vor allem einen Live-Auftritt von KTL wärmstens ans Herz legen. Dass diese auch den meisten anderen Zuschauern gefielen, zeigte sich darin, dass die beiden CDs der Band bereits kurz nach dem Konzert am Merchandise-Stand restlos ausverkauft waren und Peter Rehberg, welcher selbst den Verkauf in die Hand nahm, auf sein Label verweisen musste.

Setlist Earth:
Hung From The Moon
Omens and Potents II: Carrion Crow
Engine Of Ruin
Bees Made Honey In The Lion's Skull
Junkyard Priest (Bonustrack von "Bees Made Honey In The Lion's Skull")
(alle vom neuen Album)

(as)



Kommentare von anderen Konzertbesuchern

19.02.2008
danke für den bericht - hat mich daran erinnert, dass ich insbesondere KTL unbedingt noch live sehen möchte. jedenfalls schön, dass die organisatoren es hinkriegten, für diese doch schwere kost ein publikum zusammenzukriegen. und unkonventionelle kombination mit sir bishop - ich sah ihn als support von bonnie "prince" billy letztes jahr.
 
wanja

Neuer Kommentar erfassen
Dein Kommentar
Name

Email (wird nicht angezeigt)

Bitte Zahl 97268 eingeben: