![]() Portrait Casiofieber |
Review: Casiofieber - Golden Trash(20.06.08 / self released)Der Hinweis-Sticker "No guitars on this record" ziert das Cover, auf welchem die zwei Musikerinnen zusammen mit den Instrumenten (CASIO SA-20, CASIO SA-21) und deren Untersatz (das Bügelbrett) gezeichnet sind. Der Name Casiofieber und der Albumtitel Golden Trash geben zusammen mit der Gestaltung das Thema vor. Somit kann sich also keiner beschweren, er sei nicht gewarnt worden, denn alles weist darauf hin, dass das zentrale Element hier jene kleinen Musikinstrumente sind, mit denen die Welt in den achziger Jahren von der Japanischen Firma Casio zusammen mit Digitaluhren (möglichst mit Taschenrechner), Übersetzungsgerätchen und Kassensystemen überschwemmt wurde. Es war ja eigentlich auch an der Zeit, eine Hommage an jenes kleine Wunderding zu geben, mit welchem so viele von uns nach dem obligatorischen Blockflötenunterricht ihre ersten musikalischen Gehversuche machten. Aber wie schrottig der Begriff "Casio-Keyboard" für die meisten für uns auch klingen mag, es lässt sich auch etwas daraus machen. Das merkt man vor allem manchen der Tracks auf Golden Trash an, denn wer da mal länger als ein paar Minuten reinhört findet heraus, dass sich auch diese mit quengeligen Trompeten-Sounds ausgestatteten Geräte kunstvoll arrangieren lassen. Meistens überwiegt bei Casiofieber zwar schon der Trash-Faktor, mit jenen vorprogrammierten Drumsets und eher schrägen, deutsch gesungenen Texten. Das ganze ist zwar schon witzig, aber zum Beispiel kaum ernsthaft Tanzbar, vielleicht als eine Art Lo-Fi Electro-Punk. Humoristisch interessant ist vor allem noch die Verwendung der Sounds wie zum Beispiel des "Snares" als Schuss-Imitation oder der kurze Ausschnitt von "The Final Countdown" im Track "Kalt"; ein klarer Verweis auf die Achzigerjahre. Eingebettet in diesen doch manchmal sehr anstrengenden Sound findet sich plötzlich der Track "Sun Behind The Sky", einer der zwei einzigen in Englisch gesungen. Dieser ist im Gegensatz zu den anderen sehr vorsichtig instrumentiert, ganz behutsam aufgebaut und sehr schön anzuhören. Auch "Fluss" zeigt, dass sich musikalisch auch mit billigen Casio-Keyboards sehr viel anstellen lässt: Schönes Songwriting und ein witziger Refrain. Allgemein findet man gegen Ende der Platte immer mehr Tracks, die sehr ansprechend klingen, auch wenn Sounds, die doch immer mal wieder die selben sind, mit der Zeit ein wenig nerven. Das Album bietet sicher vom Besten, was man nur unter Verwendung nur dieses Instruments machen kann. Dass sich aus dem Instrument so viel rausholen lässt, ist eigentlich beachtlich. Dennoch hört man dessen Mängel, vor allem bei der Dynamik und dem Abwechslungsreichtum der Sounds, vor allem der Drums. Die witzigen Texte und das meist schöne Songwriting können diese Mägel leider nicht immer aufwiegen. Aber wie gesagt, keiner soll sagen, er sei nicht gewarnt worden... (grid) Reinhören: www.myspace.com/casiofieber Tracks:
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