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Review: Infinite Livez vs. Stade

 Live at La Guinguette

(15.04.09 / Absinthe Music )

Um ein live eingespieltes Album handelt es sich hier scheinbar, jedoch zumeist ohne (hörbares) Publikum. Nicht eingeübte Stücke, sondern diverse Improvisationen werden auf Live at La Guinguette zusammengetragen. Zur Verfügung stehen diverse Synthies, Sampler und Drum-Machines, Mikrophone mit Effektgeräten, unter anderem zur Verfremdung der Stimmen. Infinite Livez ist der MC, das Electro-Duo Stade bedient die Geräte und Joy Frempong wurde als Gastvokalistin eingeladen. Die Stichworte sind Dadaismus, Vokalkunst und Improvisation.

Besonders improvisationserprobt muss der Zuhörer sein. Gewohnte Musikstrukturen, Songaufbau und teilweise auch die übliche Musikästhetik werden über Bord geworfen. Das heisst, es wird meist einfach darauf los gespielt, was gerade in den Sinn kommt, mit dem Instrument, welches gerade zur Hand ist. Das Album wird wohl vor allem die Elektronikfans unter den Dadaisten ansprechen, welche sich in bunt zusammengewürfelten Beats, Geräuschen, Vocals und Texten wohl fühlen.

In den verschiedenen Stücken, die programmgetreue Namen wie z.B. "The Nolectro Anti-Manifesto" oder "I Have No Idea Of What Track This Refers To" tragen, erscheinen immer wieder die selben Bestandteile: Drumloops, eingespielte Geräusche und vielmals nicht sehr stimmsicherer Gesang. Ganz selten lassen sich bekanntere Teile daraus extrahieren, wie John Lennons "Imagine" im Track "The Nolectro Anti-Manifesto" - dieser jedoch sehr verfälscht gesungen.

Parallelen lassen sich, vor allem auch wegen den Hip-Hop-Bestandteilen, allenfalls zu Künstlern wie Saul Williams, Mike Pattons Projekten wie Peeping Tom oder Fantômas oder auch gewissen "schrägeren" Stücken von Moloko machen, wobei sich Infinite Livez und Stade hier scheinbar kaum auf ernsthafte Themen einlassen, sondern, wie gesagt, eher dem Dadaismus frönen.

Unbedarfte Hörer sollten wohl erst einmal in das Album reinhören und sich von den oben genannten Parallelen zu anderen Künstlern nicht zu einem Blindkauf verleiten lassen. Da www.out-of-space.ch wohl auch kein Expertenforum für Dadaismus ist, fällt eine Bewertung in diesem Kontext sehr schwer. Als mehr oder weniger unbedarfter Hörer tut sich der Schreiber dieser Zeilen jedoch sehr schwer mit dieser Art von musikalischem Chaos und Kakophonie, die in den Sessions in Vevey entstanden ist. Eventuell ist eine Liveperformance von Material in dieser Art ein anderes Erlebnis, aber auf Kopfhörern und in der heimischen Stereoanlage wirkt die Musik so anstrengend, dass man sich nach wenigen Minuten wieder die guten alten Strukturen der üblichen Populärmusik wünscht.

(grid)

MySpace: www.myspace.com/infinitelivezvsstade

Tracks:
  1. Molested By The Blind / Flashed By A Ghost
  2. Live In Chernobyl
  3. LFO In Your Asshole
  4. "Tomorrow Never Cums" - A History of Premature Ejaculation
  5. Frieda Kahlo Pussy Embargo
  6. I Have No Idea Of What Track This Refers To
  7. I Have No Idea Of What Track This Refers To (2)
  8. The Nolectro Anti-Manifesto
  9. The Prophets Favorite Mirror Has Broke
  10. Dix Voie
Bewertung (info):



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Infinite Livez vs. Stade
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