![]() Portrait Various CD-Kritiken Everestrecords: expedition_1 (Sampler) DJ Kicks - The Exclusives Futurism ain`t shit to me Vol. 2 Female Future - Transatlantic |
Review: Various - Ninja Cuts - You Don't Know(11.03.08 / Ninja Tune)Das bereits seit über 15 Jahren existierende Londoner Independent-Label Ninja Tune hat schon viele innovative Künstler hervorgebracht und längst Kultstatus erreicht. Trotz vielen Stilen aus Bereichen wie Downbeat, Hip-Hop, Breakbeat, Elektro etc. trägt das Label eine eigene Handschrift. Ninja Tune ist fast schon ein eigenes Genre. Zweifelsohne nicht jedermanns Sache. Schon beim Eröffnungsstück von CD1 merkt man, dass man die Ninja-Cuts-Serie nicht gerade seiner Grossmutter zum 70-sten schenken sollte. Sie hätte für die bunte Mischung dieser meist irgendwie eigenartigen Tracks wohl wenig Hörverständnis. Genau so wie 0815-Raidomusik-Konsumenten. Jene, die jedoch Spass an einem prall gefüllten Plattenkorb vom Ninja-Tune-Label haben und offen für manchmal etwas gewöhnungsbedürftige Töne sind, werden ihre Freude haben. Und gewöhnungsbedürftige Musik offenbart ihre Schönheit oftmals erst mach mehrmaligem Anhören. Gut möglich, dass man ab und zu zum nächsten Song zappt, wenn’s Mal ein bisschen zu kurrlig wird. Glücklicherweise kommt das aber selten vor, denn die Musikstücke sind grösstenteils sehr spannend. Man entdeckt allerlei fantastische Sachen aus einem sehr breiten Musikstil-Spektrum. Da groovt es zum Teil gehörig mit satten Hip-Hop-Bässen oder pumpt kräftig in Form von abgehackten Broken-Beats. Das brettert dann ganz schön, gewohnt fett à la Ninja Tune halt. Das muss aber nicht immer heissen, dass man vom Sound förmlich weggepustet wird, denn es werden durchaus auch gemütlichere Momente geboten. Und wenn zum Sofasitzen und Träumen eingeladen wird, dann sehr überzeugend. Die sanfteren Stücke sind einfach schön. Irgendwo zwischen Harmonie und Melancholie. Und sollte man dazu im weichen Sessel wegdösen, dauert das bestimmt nicht lange. Denn die Bässe rollen auch in Form von Drum and Bass-, Funk oder Elektrosounds ordentlich über die Lautsprecher. Synthie-Fetzen, allerlei Geräusche und Effekte, Stimmsamples, abgefahrene Melodien...da waren viele ganz schlaue Produktionskünstler am Werk, das hört man. Auch Songs, die an Indie oder Electropop erinnern, stechen angenehm aus der Compilation heraus. Manchmal frage ich mich, wie man sonst derart einzigartige Tracks aufspüren sollte, wenn nicht anhand einer solchen Zusammenstellung. Naja, ist ja vermutlich auch das Ziel einer solchen. Die Auswahl der Stücke ist jedenfallls überzeugend vielfältig. Es sind auch einige gelungene Remixes zu finden. CD1 Bonobo - Nitelite (Zero Db Vox Remix): Zackig frischer Drum and Bass CD2 The Qemists feat. I.D - Drop Audio: Brachial rockender Drum and Bass CD 3 RJD2 - True Confessions: Ganz coole Fusion von Trip Hop und Rock mit Beichtstuhl-Athmospähre Schlussfazit nach 49 Titeln und mehr als dreieinhalb Stunden Musikgenuss: Ein farbenfrohes Durcheinander an Songs aus erstaunlich kreativem Territorium. Der Unterhaltungswert ist gross, die Anzahl Titel, die bei so manchen Compilations als Füllmaterial bezeichnet werden muss, ist klein. Bei der Musikfülle aus drei CDs ein gutes Zeichen für ein Plattenlabel, sofern man musikalische Vielfalt zu würdigen weiss. Und wer das tut, der wird mit Ninja Cuts vorzüglich bedient. (bb) Tracks:
|
|
|
| Kommentare |
|
|













