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Review: Magnetfisch

 Body On The Left, Soul On The Right

(15.08.09 / Crossmusic)  

Hauptsächlich beeinflusst vom Electropop und der generellen musikalischen Stimmung der Achziger- und früheren Neunzigerjahre, wenden sich Magnetfisch auch mit ihrem neuen Album Body On The Left, Soul On The Right nicht von dieser Ära ab. Wer genau hinhört, pickt wohl hie und da immer mal wieder ein Stückchen New Wave, ein Stückchen The Cure-Mässige Gitarre oder ähnliches auf. Aber dennnoch kann man das "Pop" in der Beschreibung "Electropop" nicht weglassen.

Die dritte LP der berner Band vereinigt einige Stile und Stimmung in sich. So hat die Sängerin Seline Kunz eine sehr schöne Stimme, die ohne weiteres auch im Trip Hop zuhause sein könnte, wenn die Anzahl BPM für einmal nur halb so hoch wäre. Hier klingt ihr Gesang recht reif, durch die gefälligen Melodien aber auch (nicht abwertend gemeint) recht poppig.

Einige der Song fallen aber erst wirklich auf, wenn sie ein wenig vortgeschritten sind. So zum Beispiel das Titelstück "Body On The Left, Soul On The Right", welches mit (gesampelter?) Gitarre beginnt, die dann ein wenig später vom Beat unterstützt wird. Doch dann wird die Musik wieder heruntergeschraubt, um dann Stück für Stück wieder hochgefahren und zusammengebaut zu werden. Sehr schön gemacht, mit diesem kleinen Überraschungseffekt.

Der nächste Track ist dann (für manche vielleicht auch eine kleine Überraschung), in deutscher Sprache benannt. "Eine Frage der Atemtechnik" ist jedoch ein Instrumentalstück, so dass es bei der deutschen Sprache im Titel bleibt (das selbe gilt übrigens für zwei weitere Titel in deutscher Sprache "Absolut Windig" und "Auf Zum Letzten Gefecht"). Selines Stimme ist aber dennoch zu hören, einfach ohne Text. Sowieso ist dieser Track einer der schönsten auf dem Album; atmosphärisch und ausdauernd.

Vom Pop weg bewegt sich die Musik immer mal ein wenig, denn hie und da wurden immer wieder kleinere Dissonanzen eingebaut, einzelne Instrumente im Hintergrund, die feine, harmoniefremde Klänge einstreuen oder gar nur ein wenig "schwimmen" (wie z.B. in "China"). Dies nimmt der Musik die Sterilität und Künstlichkeit, unter der Electropop sonst vielmals leidet. Aber da auf dem Album einige "organische" Instrumente vertreten sind, war diese Gefahr sowieso nie sehr gross. Generell kann man sagen, dass Magnetfisch immer eine sehr ausgewogene Mischung aus elektronischen und "konventionellen" Instrumenten einsetzt.

Von einer Band, die als ihre musikalischen Wurzeln jene Zeit von The Cure, And Also The Trees (von denen das Cover "Roulette" stammt) und New Wave-Bands angibt, könnte man ein überaus düsteres Album erwarten. Die Düsterkeit findet man hier jedoch nur ansatzweise, und meistens mit einem gleichzeitigen Augenzwinkern. Ironischerweise Überzeugen vor allem einerseits der Gesang von Seline und andererseits die Instrumentalstücke. Der Gesang wurde sehr schön und mit einigem Augenmerk auf Overdubs etc. eingespielt, und bei den Instrumentalstücken können die Instrumente loslegen, ohne auf Refrain-Strophen-Abfolgen Rücksicht zu nehmen. Body On The Left, Soul On The Right ist auf jeden Fall ein gelungenes , sorgfältig produziertes und vielschichtiges Album, welches nicht nur auf den ersten Blick gefällt.

(grid)


Tracks:
  1. Sipch
  2. Gone Staying
  3. Body On The Left, Soul On The Right
  4. Eine Frage der Atemtechnik
  5. Spit Me Out (Before I Drown)
  6. Footloose And Steady
  7. Absolut Windig
  8. China
  9. Brain Departure
  10. Mr Magister
  11. Roulette
  12. Auf Zum Letzten Gefecht
  13. Who Are You Addressing?
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