
Les Ailes Pourpres (Soundtrack)
Wohl an den meisten eher unbemerkt vorbeigegangen ist die letzte Veröffentlichung von The Cinematic Orchestra. Das liegt vielleicht daran, dass die eigentlichen Stars hinter dem ganzen nicht die Musiker, sondern rosafarbene Vögel sind. Denn Les Ailes Pourpres ist ein Dokumentarfilm von Disneynature, der von Flamingos handelt.
Tier-Dokumentarfilme sind wohl ein sehr dankbares Thema für Musik wie die von The Cinematic Orchestra. Wenn man für die Niedlichkeit von Jungtieren, das Aufwachsen, die Umweltbedingungen aber auch die Tragik im Leben und den Tod Musik suchen müsste, dann würde man wohl sehr schnell bei der Britischen Band landen. So ist es dann wohl auch den Machern des Filmes gegangen. Die Band arbeitete hier auch mit dem London Metropolitan Orchestra zusammen. Diese haben so ihre Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit Bands, denn sie wurden schon für Richard Ashcroft, Pink Floyd, Sting, Texas und viele weitere herangezogen.
Und da der Film von Disney ist, die ja sehr gerne mit dem Niedlichkeitsfaktor spielen (wie der Trailer auch zeigt), ist die Musik auch für Cinematic Orchestra-Verhältnisse eher süss. Musikalische Experimente, wie sie zum Beispiel noch bei Man With The Movie Camera zu hören waren, werden hier nicht gross gemacht. Dies wäre in diesem Film wohl auch eher fehl am Platz. Vielmehr kann man sich beim Hören des Albums auch ohne Film die Szenen vorstellen: Tapsige Vögel mit Stelzenbeinen, die ersten Flugversuche, Angriffe durch Raubtiere, Hitzewellen, Horden von Tieren. Ein Set-Up, das an andere Filme und Filmmusik erinnert, zum Beispiel an die Büffelszenen bei Dances with Wolves.
Eine Besonderheit ist sicher noch der Abschlusstrack des Albums, "Crimson Skies". Für diesen, wohl im Abspann des Filmes gespielten Track, wurde einmal mehr Lou Rhodes als Sängerin hinzugezogen. Sie singt hier sinnigerweise vom Fliegen in den blutroten Himmel.
Die Meinungen, ob der Soundtrack eines Filmes auch ohne diesen funktionieren kann, gehen ja bekanntlich auseinander. Im Falle von Les Ailes Pourpres kann man die Musik sicher auch ohne den Film geniessen. Es ist aber wie immer in diesen Fällen, in denen Musik für bestimmte Szenen geschrieben wurde: Man stellt sich vor, was hier gezeigt wurde. Somit ist die Musik an vielen Stellen auch ein wenig belanglos, und ohne die Bilder wenig aufregend. Fans der Band könnten an diesem Soundtrack-Album, sicher auch wegen dem letzten Track mit Lou Rhodes, aber sicher ihre Freude haben.
(grid)
- Opening Titles
- Arrival Of The Birds
- The Dance
- Soda
- Hatching
- Maribou
- Exodus
- Transformation
- Hyena
- Life Of The Bird
- First Light
- Crimson Skies (feat. Lou Rhodes)
Das ganze Setup lässt höchste Qualität vermuten: Eine lange nur in Insider-Kreisen bekannte, meist hochgelobte Jazz / Electronica-Band engagiert sich das 24-Köpfige Heritage Orchestra, lädt Gastsänger...





