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Review: Underworld

 Underworld vs. The Misterons - Athens

(20.11.09 / K7)  

Es beginnt langsam, gemütlich und klingt wie in einem buddhistischem Tempel, wo gerade meditiert wird. Harfe und sonstige berieselnde Instrumente, die fast hypnotisierend wirken. Dann setzt ein Saxophon ein. Sie spielt super. Es wird jazzig. Dann wieder berieselnd und einschläfernd. Das Stück geht sehr lang.

"You know you know" beginnt ruhig und zögerlich. Jazzige Gitarren und eine Orgel, vielleicht eine Hammond. Es ist gemütlicher Jazz. Mit gewissen Themen, die sich immer wiederholen. Eigentlich ganz einfach gestrickt. Und doch gut. Es eignet sich gut als Hintergrundsmusik. Immer mehr Instrumente kommen dazu, z.B. Schlagzeug.
"Theme From Sprite" wird gemanaget von Gitarren. Sie spielen flüssig, immer weiter und weiter und wollen nicht mehr aufhören. So sehr, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass das dritte Lied nun ins vierte übergegangen ist. Jetzt gibt es wieder einen Hauch Asien, ähnlich wie ganz am Anfang der Platte.
Langsamer, gemächlicher Jazz, würde ich das beschreiben. Orgel, Schlagzeug und irgendein Blasinstrument. Allgemein fallen mir die schönen Bläsersolos auf. Die Klarinette ist die, die reden will, die Aufmerksamkeit will. Immer wieder dieselben Themen, die sich wiederholen. Vielleicht auch ein Markenzeichen dieser Platte. Ist es vielleicht eine Chill-out-CD? Jedenfalls Musik, geeignet zum Dösen. Es tönt alles recht gleich.

Jetzt erst merke ich, dass jedes Lied von anderen Musikern gemacht ist. Also eine Sammlung? Dabei sind Alice Coltrane, Mahavishnu Orchestra, Squarepusher, Soft Machine, Roxy Music, Detroit Experiment, Moodyman, Osunlade, Underworld, Laurent Garnier, Miroslav Vitous und Brian Eno and Karl Hyde.

Bei "2HB" taucht die erste natürliche Stimme auf, und es tönt sehr nach den Beatles. Ja, es könnte wirklich ein Beatleslied sein. Und es erinnert mich sofort an alte Zeiten.
"Space Odyssey" ist Trompetenjazz. Schön! Wow, die Blasinstrumente haben es wirklich im Griff auf dieser Platte. Gemütlicher Jazz mit Bass, Piano, Schlagzeug. Die Hauptfigur ist die Trompete. Es wäre sogar möglich, dass die Blasinstrumente diese Platte regieren.
Bei "Rectify" kommt das erste mal ein leichter Elektrobeat dazu. Es klingt nach Chill-out mit Jazz. Wie in einer Strandbar in Italien. Ein Mann, der singt. Gemütliche Hintergrundsmusik.

Nummer 8 bis 12 werden nun plötzlich schneller und nervöser. Vielleicht auch gefährlicher. Es erinnert mich plötzlich an die Drei Fragezeichen. Es gibt jetzt plötzlich auch ein bisschen Elektro, und sogar einen Technobeat. Es scheint, als erwache die Platte nach der zweiten Hälfte. Eine jazzige Verfolgungsjagd beginnt. Vielleicht gemischt mit bisschen House? Jedenfalls ist es Jazz auf höchstem Niveau. Weiter geht’s mit hektischen elektronischen Experimenten. Auffallend ist auch, wie lange die Lieder jeweils dauern. Zwischen 5 und 10 Minuten. Und immer haben die Blasinstrumente das Sagen.

"New York City" ist Funk. Da kann man nicht ruhig stehen bleiben. Recht nervös, zusammen mit einem Klavier und einer Stimme im Hintergrund, aber es ist toll. Es erinnert mich kurz an Gilles Peterson oder Pet Metheny. Zudem muss man sagen, dass das Lied super aufgebaut ist, für die 10 Minuten, die es dauert.

Athens ist ganz klar eine Jazz-Platte, mit viel Trompete. Fast keine Spur von Elektro. Dafür wirklich Jazz vom Feinsten. Mal gemütlich, mal hektisch. Sehr zu empfehlen.

(meret)

Mini-Website zum Album: http://www.underworld-misterons-athens.com/


Tracks:
  1. Alice Coltrane - Journey In Satchidananda
  2. Mahavishnu Orchestra - You Know, You Know
  3. Squarepusher - Theme From Sprite
  4. Soft Machine - Penny Hitch
  5. Roxy Music - 2HB
  6. Detroit Experiment - Space Odyssey
  7. Moodyman - Rectify
  8. Osunlade - The Promise
  9. Underworld - Oh
  10. Laurent Garnier - Gnaumankoudji (Broken Afro Mix)
  11. Miroslav Vitous - New York City
  12. Brian Eno & Karl Hyde - Beebop Hurry
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