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Review: Mathon

 Via Mala - The Remixes

(12.12.09 / Everest Records)  

Früher im 2009 haben wir das Album Via Mala von Mathon für ein Review erhalten - ein Album, welches eine berüchtigte, eben schlechte Strasse ("Via Mala") beschreibt - nicht mit Worten, sondern mit Klängen. Diese Strasse führt von Thusis nach Zillis-Reischen im Kanton Graubünden und ist, den Klängen nach zu urteilen, eher düster, beklemmend und bedrohlich. Mit Via Mala - The Remixes nehmen sich nun verschiedene andere Musiker jenen musikalischen Wegposten an, welche von der Band Mathon beschrieben wurden. Die Vorlagen, die sich meist irgendwo im Noise, Drone oder Ambient bewegen, bieten da natürlich gute Ausgangslagen.

Doch schon die ersten Remixer, Mathias Grassow und Tomas Weiss, sind mit dem Gelände ein wenig gnädiger. Das will heissen, dass sie den Track, dem sie sich angenommen haben ("Hohen Rätien"), welcher im Original wohl einer der düstersten ist, ein wenig umgänglicher gestaltet haben. Der zweite Remix des selben Tracks (gleich Nummer zwei auf dem Album) von Emanuele Errante knüpft sehr schön an den ersten an, nimmt ein wenig Bewegung weg und fügt dafür ein wenig Ambiente ein.

Benfay hingegen fügte (der Beschreibung auf Mathons Webiste nach) dem Track "Carschenna", welcher im Original wie ein Stromgenerator in einer Höhle klingt, einen "sizilianischen Tarantella-Loop" zu, welcher aber nur schwierig herauszuhören ist. Dennoch geht dem Track sein Generator-ähnliches Rauschen und Brummen nicht verloren.

In "Punt da Suransuns" hört man nun zum ersten mal auch Vocals, hinzgefügt von Fernando Lagreca, wogegen Pe Lang seine Version von "Via Mala" in reine Geräuschkulissen auflöst. Alexandre Navarros Remix von "Nihil Habeo" ist wohl einer der interessantesten des Albums: Die Unterwasser-Eindrücke werden hier noch verstärkt und mit Gitarrenklängen erweitert, woraus eine schon beinahe Pink-Floydscher, psychedelischer Klang entsteht.

Diese Entspanntheit wird von Gunter Adler mit seinem Remix von "Via Mala" jäh mit grobem Rauschen und Schütteln mittels nervösen Arpeggios und dissonanten Klängen zerstört. Aber auch dieser Track wird gegen Ende ein wenig versöhnlicher und strukturierter. Dies ist eigentlich eine gute Überleitung zu "Veia Traversina", welches im Jap Jap-Remix so gar nichts mehr mit dem Original zu tun hat, sondern nun mehr eine eher poppige, wollig-elektronische Angelegenheit ist (auf Via Mala ist "Veia Traversina" jener Track mit den Marschier-Geräuschen).

Zum Abschluss hört man noch den dritten Remix des Tracks "Hohen Rätien", diesmal remixed von Strotter Inst., jenem Musiker, der auf seinen Plattenspielern eingeritzte Bierdosen und Klötzchen mit viel Hall spielen lässt. Entsprechend klingt auch der Remix, obwohl durch das gummibandmässige Wummern und Alarmanlagenartige Dröhnen die Feinheit des originalen Tracks immer noch durchscheint.

Da mit dem Original-Album Via Mala auch schon keine leichte Kost sondern eher Kennern empfohlene, aber sehr fein komponierte Musik geboten wurde, zeichnet sich folglich auch das Remix-Album durch ähnliche Attribute aus. Die Tracks wurden aber nie mit einem anderen Stil überpinselt, sondern fein ausgebaut oder demontiert - ein Vorgehen, welches bei dieser Art von Musik (zwischen Ambient und Drone) wohl auch dankbarer (und einfacher) ist. Somit kann das Remix-Album wohl den selben Hörern empfohlen werden, welche sich auch schon von Via Mala angesprochen fühlten.

Die Remixer:
Mathias Grassow und Tomas Weiss: www.el-culto.eu
Emanuele Errante: www.maisound.com/errante/
Benfay: benfay.com/
Fernando Lagreca: www.greknoise.com/
Pe Lang www.pelang.ch/
Alexandre Navarro: www.alexandrenavarro.com/
Gunter Adler: www.gunter-adler.de/
Jap Jap: www.japjap.net/
Strotter Inst.: www.strotter.org/

Eine Beschreibung aller Tracks gibt es auch auf der Webseite von Mathon.

Die Via Mala bei Google Maps.


Tracks:
  1. Hohen Rätien (Mathias Grassow and Tomas Weiss Remix)
  2. Hohen Rätien (Emanuele Errante Remix)
  3. Carschenna (Benfay Sunday Morning Tarantella Remix)
  4. Punt da Suransuns (Fernando Lagreca Another Bridge Remix)
  5. Via Mala (Pe Lang How to Open a Mountain Remix)
  6. Nihil Habeo (Alexandre Navarro Remix)
  7. Via Mala (Gunter Adler Remix)
  8. Veia Traversina (Jap Jap Remix)
  9. Hohen Rätien (Strotter Inst. Ahnenreihe oT Remix)
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