out-of-space.ch - Newsfeed Swiss Portal for Trip Hop and Electronic Music 2010-03-12T16:03:13Z Copyright (c) 2010, out-of-space.ch.ch out-of-space.ch-Team info@out-of-space.ch out-of-space.ch tag:out-of-space.ch,2010:03:12 out-of-space.ch Review: Goldfrapp - Head First urn:uuid:52CB74BF-B5A6-D38B-71439A7399223F52 2010-03-12T15:03:37Z In der Presseankündigung wurde das neueste Werk von Alison Goldfrapp und Will Gregory beschrieben als "most powerful trip to date, a speedy rush of synth optimism, euphoria, fantasy and romance. With life affirming lyrics and stellar production it lifts off at full tilt and takes us on a journey to the heart of 2010." (Quelle)
 
Als erstes findet man sich beim Hören des Albums jedoch nicht im neuesten Jahrzehnt, sondern ca. 25 Jahre früher wieder - ganz tief in den achziger Jahren. Beschworen die beiden Briten mit ihrem letzten Album "Seventh Tree" noch die Romantik der Sechziger- und Siebzigerjahre herauf (siehe Artwork), hat Head First nun sehr viele Anleihen aus dem Höhepunkt der Synthie-Pop-Ära. Goldfrapps Schablone wurde einmal mehr auf ein neues Genre angewendet; das Chamäleon hat wieder mal seine Farbe gewechselt.
 
Dies war aber schon beim Hören der Vorab-Single "Rocket" klar geworden. Dieser Track - Tracknummer eins auf dem Album - lässt mit dem Synthie-Riff Einflüsse von Van Halens "Jump" erahnen, wenn auch "Rocket" nicht ganz so "Stadionmässig" klingt, sondern eher wie recht euphorischer, aber feinstrukturierter Pop.

Über die Dauer des Albums glaubt man in allen Songs wieder Elemente aus jenen goldenen Zeiten des Elektropop zu hören. War Seventh Tree noch sehr stark von akustischen Gitarrenklängen geprägt, zeichnet sich Head First durch den flächigen Einsatz von Synthesizern und Drum-Machines aus. Vielerorts hört man jene Syntie-Kläge in fröhlichem Staccato durch die Songs pflügen - ganz schön z.B. im von Richard X mitproduzierten "Alive", mit elektronischen "Synthie-Bursts" und verzerrten Röhrchenjeans-Gitarrensoli. Glam!

Weitere Flashbacks, die sich beim Hören einstellen, sind Alan Parson oder Jean-Michel Jarre (vor allem bei "Dreaming"), Italo-Pop à la "Sara perché ti amo" beim Titeltrack "Head First" oder auch mal "Last Christmas" von Wham! Diese Namen sind wohl nicht verwunderlich, da Alison in den Jahren aufgewachsen ist, als diese populär waren.

Über das ganze Album hinweg verstehen Goldfrapp es jedoch, ihren eigenen Stil beizubehalten. Dies geschieht nicht nur mit Alisons Stimme, sondern auch über die Melodien. Auch sind oben genannte Anleihen nicht extrem, sondern nur leicht zu vernehmen. Für einen anderen Hörer mögen sich auch ganz andere Assoziationen ergeben.

Somit ist das fünfte Album von Goldfrapp auch die fünfte Kehrtwendung im Stil, wobei wie schon erwähnt auch hier nur die Vorzeichen ihres Stils geändert wurden. Und obwohl diese neue Stil-Zusammensetzung nicht die Erleuchtung ist, ist das Album doch solide und macht Spass. Die Tracks sind mit viel Liebe zum Detail produzeriert und interessant geschrieben. Vor allem jene Hörer, die noch mit den weiter oben erwähnten "Helden der achziger Jahre" aufgewachsen sind, finden hier vielleicht ihre spezielle Freude an der Musik. Zudem mag auch dieses Album vielleicht auch nach ein paar Wochen oder gar Monaten erst seine Wirkung entfalten. Dies ist dem Schreiber dieses Reviews so mit Seventh Tree ergangen, welches damals noch eine bescheidene Bewertung erhalten hatte. Inzwischen ist es mir jedoch sehr ans Herz gewachsen.

So, dies ist also Goldfrapps Stil für dieses Album. Einzig der letzte Track des Albums, "Voicething" lässt sich nicht so recht einordnen: Als wollte sich die Sängerin wieder einmal in der Stimmakrobatik des Titeltracks von "Felt Mountain" versuchen, wurden für diesen Track verschiedene Voice-Samples aufgenommen und übereinander gelegt, tiefe, hohe, mit Hall versehene Stimmlaute. Dahinter atmosphärische Synthie-Klänge. Durch die Überraschung, den speziellen Stil und die Intensität könnte man diesen Track sogar als heimlichen Höhepunkt bezeichnen. Auf jeden Fall ist er eine schöne Verabschiedung aus dem neuesten Werk der Chamäleon-Band Goldfrapp.

(grid)

Goldfrapp auf MySpace: www.myspace.com/goldfrapp

]]>
out-of-space.ch Review: Clara Moto - Polyamour urn:uuid:4DFFB113-F0B2-4EB7-C8B1DAA0B22CDAE8 2010-03-11T17:03:34Z Ganz leise beginnt es. Scheue Töne setzen ein, oder tanzende Punkte. Vielleicht auch Vögel. Es entsteht ein wunderschöner Klangteppich der mich schon in den ersten 20 Sekunden abheben lässt. Ja, es ist federleichte Musik. Techno, der sich langsam steigert, oder man spürt, dass er kommen wird. Dazu Streichmusik im Hintergrund. Der Beat ist lustigerweise fast ein Housebeat. Es ist wie eine Droge, diese feinen Tönchen im Hintergrund, sie verzaubern mich sofort.

"Alma" beginnt mit Perkussion, gemischt mit einem feinen Beat. Es ist nicht die Art von Techno, die dir aufgedrängt wird, sondern sie nähert sich dir langsam und nett und du kannst selber bestimmen, ob du eintauchen willst, oder nicht. „Alma“ ist eher monoton. Verschiedene Arten von Hacken. Vielleicht verschiedene Spechte im Wald. Doch plötzlich kommt die Überraschung: Melodie. Tanzende Töne setzen ein. Ich kann es nicht beschreiben, es ist einfach super schöne Musik die man laut aufdrehen muss. Egal ob Morgen oder Abend, es passt immer. Vergleichen könnte man die Musik vielleicht am ehesten mit Lee Jones - er arbeitet manchmal auch mit diesen Beats und Tönchen. Ja, es hat etwas Hüpfendes, etwas sehr sehr Fröhliches.
Clara Moto ist eine echte Künstlerin. Sehr fantasievoll mischt sie Geräusche und alles Mögliche zusammen, und am Schluss klingt es gut. Sie hat das richtige Gespür für die grosse, schöne, riesige Welt des Elektro.

Bei "Deer and Fox feat. Mimu" taucht das erste mal eine Stimme auf. Eine Frauenstimme singt, als ob sie weit weg wäre. Dann mehrstimmig. Spontan kommt mir Björk in den Sinn, und doch ist es wieder anders. Es wird eine Spur funkiger, jazziger. Vielleicht sogar discotauglich. Aber immer noch schön und leicht einlullend. Zuerst nervte mich die Stimme, aber jetzt wird sie immer besser. Immer noch die nette Harfe im Hintergrund, und alles passt gut.

Glove Affair“ beginnt mit einem härteren Beat. Könnte auch Trance sein. Schön! Und treibend. Du musst einfach tanzen zu Claras Musik. Oder zumindest wie ein Hip-Hopper mit Kopf nicken. Klassische Musik ist ihr aber auch wichtig. Hier tönt es manchmal wie Orgelmusik. Wiedermal jemand, der weiss, dass sich klassische Musik und Techno sehr gut verstehen. Die Übergänge der Lieder sind fliessend.

Song of Exhaustion“ erinnert mich an Sascha Funke oder Efdemin. Ich finde das grossartig, wenn man nicht nur einen Beat präsentiert bekommt, sondern noch einen ganzen Klangteppich dazu. Beinahe ein ganzes Universum in einem Lied verpackt. So viele Nebenklänge, dass man den Beat am Ende fast vergessen hat. So unglaublich sanfte Musik! Techno kann sehr weich sein, beweist Clara wiedermal. Polyamour ist definitiv ein Album, das süchtig macht. Du musst es jeden Tag hören. Und es gibt kein Track auf dieser Platte, der langweilig ist.

"Goodnight Twilight" fühlt sich an, als ob du tief unter Wasser am Tauchen wärst, oder dann schwebend in der Luft. Für mich hat Polyamour stark mit Wasser und Luft zu tun und deren Schönheit. In diesem Lied gibt es keinen Beat, sondern ganz weich, eher Chill-out. Auch das nächste ist sanft und würde gut auf eine „Café del Mar“ passen. Sehr kitschig und wieder diese Frauenstimme. Immer wieder kommen diese schönen, luftigen Tönchen. Kurz erinnert mich es an Apparat.

Three Minutes“ klingt hier fast wie „nette“ Alarmtöne. Bisschen lauter und näher an den Boxen als sonst. Der Beat ist eher discomässig. Die Melodien erinnern mich an Trance. Clara Moto ordnet Beat und Tönchen und Hintergrund so an, dass jeder seinen Part bekommt. Eine gute Art, eine Geschichte zu erzählen. Ein starker Technobeat braucht doch auch ein weiches Gegenstück! Und das hat sie erlickt.

Silently“ ist wieder mit Stimme. Diesmal klingt sie aber recht anders. Mir kommt sofort Dani Siciliano in den Sinn. Auch Matthew Herbert ist nicht weit weg. Sehr schön! Souveräne Stimme. Mehrstimmig und wieder bisschen Disco. Vielleicht könnte man die Musik auch als „Disco-Luft-Techno“ bezeichnen? Ja, man kann die Frau wirklich nur loben. Die perfekte Balance von Liedern mit Gesang und Liedern ohne Gesang. Hier kommt bisschen Groove und Trash dazu. Oft wird es einem langweilig bei einem Techno-Track, bei ihr aber nicht. Weil die Melodie nie fehlt in ihren Lieder. Ja, ich denke, das Wort Disco passt auch gut zu ihr, aber in einem guten Sinne. Man könnte es vielleicht so beschreiben: Es geht einfach darum, dass sich verschiedene Techno-Töne Antwort geben. Einen Dialog beginnen, und hin- und herzappen.

Polyamour ist smoother Techno der laut gehört werden muss, und ist einfach wunderschön! Wiedermal strahlt mein Gesicht und sagt: Techno macht glücklich.

(Meret)

Reinhören bei MySpace: www.myspace.com/claramoto

]]>
out-of-space.ch Review: Peer Seemann - Partenza urn:uuid:4277656F-B7D0-7D47-70F2DF2D3B272085 2010-03-09T11:03:53Z Es beginnt ruhig, mit tröpfelnder Gitarre. Eine schöne beruhigende Stimme beginnt in italienisch zu singen. Es ist gemütliche Sonntagsmusik, die ich auch gerne zum Zugfahren oder Autofahren mitnehmen würde. Es hat so etwas in diesem Lied, das nie stehen bleiben will. Man will immer weiter gehen, die Welt entdecken, sich drehen. Die Stimmung hat etwas Trauriges, aber dann doch wieder fröhlich und leicht. Bei „Cioccolata“ gefallen mir die Hintergrundtöne. Fein tröpfelnd und ein bisschen scheu und exotisch. Das Gitarrensolo ist super. Die Musik erinnert mich an Linard Bardill.

Peer macht Musik, die deinen Puls senkt, dich beruhigt, vielleicht ein Kind in den Schlaf wiegt und sagt, dass alles gut ist. Blasinstrumente kommen auch noch dazu.
Die Mandoline bei „Sedentario“ gefällt mir sehr gut. Und Peer hat wirklich eine schöne Stimme, man hört ihr gerne zu, und möchte mitsingen. Partenza. Von der Nordsee bis zum Mittelmeer, Geschichten aus zehn Orten. Schöne Idee und schöne Texte.

Benevento, Addio“ beginnt mit Percussion. Dafür ist Ali Salvioni zuständig. Es wird einbisschen jazzig, das Tempo aber bleibt. Weiter zu Peers Gruppe gehören: Christian Weber (Kontrabass), Brian Quinn (Schlagzeug, Trommel), Nick Gutersohn (Trompete), Philipp Schweidler (elektr. Bass), Christoph Flüeler (Tuba) und schliesslich Peer Seemann, der die restlichen Instrumente spielt und die Texte schreibt. Mir gefällt, dass die Stimme so nah beim Zuhörer ist. Es scheint, als würde Peer gerade neben mir sitzen, die Stimme ganz klar, und jeder Buchstaben verständlich. Das ist selten so. Die Lieder sind alle eher langsam und etwa im gleichen Tempo. Richtige Italocanzoni - ausser die Texte unterscheiden sich, und auch der Zürichsee kommt mal vor. Ruhige Gitarrenstücke mit der Stimme im Vordergrund.
Die Liedanfänge gefallen mir immer, sowie die Stellen mit Ukulele und Mandoline. Mein Lieblingslied ist „ Panagiotis e Poseidone“. Hier gibt es schöne Instrumentalteile.

Schade finde ich, dass alle Lieder ungefähr gleich klingen. Die Stimme singt immer etwa dieselben Töne, auch das Tempo bleibt immer gleich. Vielleicht könnte man einbisschen rockiger und lauter werden? Ich denke an Pippo Pollina. Ist es vielleicht noch einbisschen zu nett, der Peersound? Oder sind es die Instrumente, die zu nett sind? Oder wie wäre es, mal ein paar Stücke ohne Gesang zu machen? Die Liedanfänge finde ich meistens das Beste am ganzen Lied. Auch dieser Zug, dieser Drive, der immer weiter und weiter will, fährt und fährt, der gefällt mir.
Zum Vergleich habe ich mir nochmals die alte Peer-CD „Vita Chiara“ angehört. Und die gefällt mir besser. Sie war fantasievoller, abwechslungsreicher und zudem mehr mit Elektro und Geräuschen gemischt.

Aber trotzdem, mir gefällt Partenza alles in allem gut. Es ist schöne Musik, perfekt um sich von einem strengen Tag zu erholen. Gemütlich. Auch wenn die Lieder oft ähnlich sind, wird die Platte wahrscheinlich nicht schnell verleiden, sie passt in ganz viele verschiedene Situationen. Peer Seemann hat einen sehr eigenen Stil, man erkennt seine Lieder sofort, und das ist toll. Und Italienisch ist sowieso immer sympathisch.

(meret)

Reinhören: http://www.myspace.com/peerseemann

]]>
out-of-space.ch News: Skye wieder bei Morcheeba, neues Album im Sommer urn:uuid:0EA8BFF6-BA5D-426A-6C3826CCED9287E6 2010-02-27T10:02:32Z Seit 2004 war Skye Edwards nicht mehr Mitglied der Band Morcheeba, deren Sound sie mit ihrer Stimme massgeblich geprägt hatte. Danach war sie auf Solo-Pfaden unterwegs - bis heute.

Der New Musical Express hat vor ein paar Tagen nähmlich berichtet, dass die Sängerin wieder mit der Band zusammen im Studio ist, und dass ein neues Album für den Sommer geplant ist (siehe ihr MySpace-Profil).

Das Einstandskonzert mit der Band wird Skye übrigens nicht einfach irgendwo geben, sondern in der Schweiz, am Caprices Festival in Crans Montana.

Artikel beim NME: http://www.nme.com/news/morcheeba/49729
Caprices Festival Crans Montana: http://www.caprices.ch

(Danke für den Hinweis im Gästebuch, marsh)

]]>
out-of-space.ch Review: Massive Attack - Heligoland urn:uuid:4227B006-0C3D-0CC5-E0BA4559671D76BE 2010-01-18T16:01:02Z Zwei erste Eindrücke von Heligoland nach dem ersten Durchhören:


 

Zugegeben: Ein Album, auf das man lange gewartet hat, soll nicht nur nach dem ersten Eindruck beurteilt werden - aber auch. Dass die Ansprüche an ein Album proportional zur Wartezeit steigen, liegt auf der Hand - dass sie dennoch erfüllt werden können, haben Portishead eindrücklich bewiesen (Third), aber das war's auch schon mit den Parallelen. Massive Attacks jüngstes Werk, lange unter dem Arbeitstitel "The Weather Underground" und dem neu geschaffenen Genre "Gothic Soul" gehandelt, trifft nun letztlich auch noch in den Regalen ein, jedoch gänzlich ohne Neuerfindung, Verjüngung oder Erweiterung des bisherigen Schaffens. Das ist bei einem soliden Wert wie Massive Attack so billig wie recht, mag man denken, und das Resultat ist auch durchaus gefällig, ich habe jedoch ein klein wenig mehr erwartet - oder liegts an der nicht gerade berauschenden Streaming-Qualität, die für den Post-download-Rezensenten heutzutage reichen muss? Eine befriedigte Erwartung ist allerdings die Hoffnung, die Kooperation mit Mazzy-Star-Stimme Hope Sandoval möge gelungen sein: "Paradise Circus" ist ein schöner Track mit einem guten, wenn auch nicht genialen Schlussteil.... - bezeichnend für den gesamten ersten Eindruck: gut, aber mit wenn und aber.

(bf)


 

Wer sich im letzten Oktober mit Massive Attacks EP "Splitting the Atom" einen kleinen Vorgeschmack auf Heligoland gegönnt hat, der kennt zumindest den Eröffnungssong "Pray For Rain". Zu diesem muss an dieser Stelle somit auch nicht mehr viel gesagt werden, ausser dass mit ihm, wie meist bei Massive Attack, das Album in einer ruhigen Art und Weise eröffnet wird (mit Hilfe vom Gastsänger Tunde Adebimpe von TV on the Radio) . Der erste der beiden Songs mit Martina Topley-Bird, "Babel" stellt sich als sehr bewegt und nervös heraus, mit Breakbeat-Drums und vereinzelten elektrischen Gitarren. Und im Vergleich zum trägen und düster blubbernden "Psyche (Flash Treatment)", dem Remix, welcher auf der Splitting-EP zu finden ist, sind beim Original-"Psyche" des Albums eher hektische Gitarrenloop dominierend. Die Frage stellt sich hier, ob dieser Song trotz seiner Einfachheit fasziniert weil er gut ist, oder weil er Live (in Winterthur) relativ gut funktioniert hatte.

Das meint ::exit.music::

"Nur bei den wenigsten dieser zehn Stücke haben Massive Attack alles richtig gemacht, dabei hat jeder Song seine reizvollen Momente und Ideen mit Potential. Nach einer siebenjährigen Wartezeit mit begeisternden Konzerten und Gerüchten, die Namen wie Tom Waits, Tricky, David Bowie, Mike Patton und viele viele andere ins Spiel brachten, dürfte “Heligoland“ aus der Perspektive eines Fans ziemlich ernüchternd sein."

Ganzes Review bei ::exit.music::.

Dennoch, "Splitting The Atom" war Live relativ flach und - was schon bei der EP klar wurde - auch ab Album ein wenig seicht, um nicht zu sagen billig. Es sind einfach diese Bumm-Clap-Bumm-Clap-Rhythmen, die jede Spannung in den Boden stampfen. Doch weiter zu den neuen, bisher unbekannten Songs - "Girl I Love You" bietet mit Horace Andys Gesang und einem tiefen, wummernden Basslauf einiges an Mezzanine-Feeling. Einziges Novum hier: Der Einsatz von bläserartigen Synthies, welche für noch mehr Druck sorgen. Die Beschreibung von "Girl I Love You" als eine schnellere Version von "Angel" trifft es wohl nicht so schlecht.

Guy Garvey von Elbow übernimmt dann den Gesang beim "björk-esken" "Flat of the Blade", welches eher chaotisch und ein wenig planlos eröffnet wird. Erst nach einiger Laufzeit wird die Stimmung mehr und mehr kanalisiert, auch hier wieder mit Hilfe von Bläsern (was sicher viel zum Björk-Vergleich beiträgt). Am meisten erwartet worden ist wohl das Stück mit Hope Sandoval als Gastsängerin, "Paradise Circus". Der Song ist schön anzuhören und wirklich einer der Höhepunkte des Albums — aber er könnte von irgendeiner Band gespielt worden sein. Jener besondere Massive Attack-Sound fehlt hier weitgehend; es könnte auch - sagen wir Bat For Lashes sein.

Nicht so "Rush Minute": Jener könnte auch von Mezzanine oder 100th Window stammen. Doch dann wieder "Saturday Come Slow": Nicht dass die Musik nicht gefallen würde, aber hier klingt die Musik eher nach Beck als nach Massive Attack, was sicher auch damit zu tun hat, das Damon Albarn Gastsänger ist. Die Anfangs geraden und monotonen Drums des Abschlusstracks "Atlas Air" lassen zuerst ein zweites "Splitting the Atom" befürchten, werden aber später im Song gebrochen und abwechslungsreicher. Dennoch kann auch das Ende des Albums nicht gänzlich überzeugen.

Mit dem ersten Durchhören hat sich nach der langen Wartezeit und den etlichen Terminverschiebung für das neue Album ein wenig Ernüchterung gezeigt - ein Gefühl, welches sich schon nach dem Konzert im November '09 ganz fein angebahnt hatte. Vielleicht war es zu viel der Hoffnung, 2010 nochmal ein Album wie 100th Window (2003) oder gar Mezzanine (1998) zu Erwarten. Jene geheimnisvollen, stimmungsgeladenen, düsteren Stimmungen, wie z.B. bei "Inertia Creeps", "Group Four" oder "Everywhen", werden hier nur ansatzweise weitergeführt, z.B. bei "Pray For Rain" oder "Girl I Love You". Vielleicht müssen wir uns aber auch nur an Heligoland gewöhnen.

Wieso das Album nach der deutschen Insel Helgoland (englisch: Heligoland) benannt ist, wurde bisher übrigens nicht erklärt. EMI hat jedoch eine Google-Maps Overlay von Helgoland mit einigen kleinen Goodies erstellt, welches man hier finden kann.

(grid)

]]>
out-of-space.ch Review: Pablo - Turntable Technology urn:uuid:1E3EFB99-99FD-F9AB-EA1B6CB67B4012B6 2010-01-11T17:01:09Z Eine Stimme sagt uns Track Nr. 1 an: "Finest Turntable in the world". Es klingt wie in einer Fernsehwerbung. Und jetzt beginnt die Stimme auch noch zu rappen. Dazu ein Hiphopbeat. Vielleicht ein Filmausschnitt? Kratzig klingt es.

"Sing" könnte eine Verfolgungsjagd sein. Die Musik erinnert mich an Pulp Fiction. Funky, alt, groovy, bluesig. Die Stimme klingt fast wie James Brown. Cooler Sound, der gute Laune macht und zu jeder Zeit hörbar. Die Stimmen schreien sich zum Teil fast an. Ja, wirklich groovig. Auch das dritte Stück geht weiter mit Funk. Tollpatschig und altmodisch. Erinnert irgendwie an die Zeit meiner Eltern.
"Sky Is High" klingt sehr nach Filmmusik oder Werbemusik. Und eine Stimme dazu , die viel redet. "This Is The Story Of Pablo", sagt sie. Zwei Personen erzählen uns in englisch die Geschichte von Pablo. Wo er wohnt und wann er aufsteht.

Pablo scheint im richtigen Leben Michael Hunter zu heissen, und hat die CD in Glasgow produziert. Plötzlich heisst es: Turn the page! Und wir blättern im Bilderbuch eine Seite weiter. Der Beat im Hintergrund ist tollpatschig, gemütlich und zurückhaltend. Hiphop mit bisschen Geige dazu. Die Geschichte geht weiter.

Bis jetzt fällt mir auf, dass fast immer Streichinstrumente vorkommen. Ein wichtiger Teil dieser Platte.
"Turn The Page" klingt so, als ob verschiedene Fernsehprogramme zusammengemixt wurden. Diese Pulp Fiction-Stimmung gemischt mit Tagesschausprecher, Jazz und einer Frau, die möglicherweise eine Kochsendung moderiert.
"Speed Check" gefällt mir gut. Geige und Hiphop. "Listen to the Quentin Tarantino-Style", sagt jemand. Eine Stelle aus Lauryn Hill taucht auf. Ein guter Mix. Etwas, zwischen altmodisch, groovig und topmodernem Rap. Es ist wie in einem Film. Und plötzlich hört die Musik auf, und ein Motor startet.
Weiter geht’s mit süsser Christmasmusik. Süsser kann es fast nicht sein. Warenhausmusik und zwei Leute, wie in einem romantischen Film, die miteinander sprechen.
Der groovige Hiphopbeat im Hintergrund fehlt übrigens bei fast keinem Lied. Er ist der, der alles gut macht. Alles zusammenbringt.
"Record Shop" erinnert mich einbisschen an die Crusaders mit groovy-funky Gitarren.

Weiter gehts mit gemütlichem Harfenspiel. Ein Zupfinstrument, das sich dann aber plötzlich als gefährlich herausstellt. Es wird industriell. Mit Trompete und Schlagzeug. Eine Verfolgungsjagd beginnt, und die Musik geht langsam Richtung Drum'n'Bass, das sich dann aber wieder in gemütliches Rösslihüpfen verwandelt. Immer von klassischer Musik begleitet.
Nochmals kommt die Harfe und macht den Schluss der CD. Romantisch, filmisch, ruhig. Jazz. Klavier und Saxophon. Zum Teil bisschen kitschig. Vorallem neue Stimmen kommen dazu. "High Jazz" heisst das.

Auf der zweiten CD findet man meistens wieder dieselben Stück wie auf der ersten, einfach ohne Stimmen, nur instrumental. Und das ist schade, weil ich finde, die Stücke funktionieren nur mit den Stimmen zusammen. Rein instrumental ist es fast langweilig. Ab und zu gibt’s neue und kurze Tracks, die Pablo dazwischen schiebt. Auffallenderweise sind alle neuen Stücke klassische Musik. Die ersten drei sind Gitarrenstücke. Flamenco zusammen mit Streichmusik. Oder Xylophon mit Kontrabass. Etwas zwischen ganz nett und gefährlich. Weiter geht’s mit gefährlichen Verfolgungsjagden, oder einem Orchester das beinahe nach Rammstein klingt. Alles ist möglich bei Pablo! Dann wieder locker und unbekümmert, fast Chill-out, gemischt mit Trompete.
Auch die zweite CD gefällt mir. Vorallem die neuen Tracks, die man auf der ersten nicht findet.
Turntable Technology ist eine originelle Platte, mit fast allem, was möglich ist. Ein grosser Mix und eine sprudelnde Geschichte, die nie zu Ende sein wird. Etwas zwischen Film, Bilderbuch und Werbung. Pablo mischt Kitsch, Funk, Hiphop und Klassik mit verschiedenen Zeiten, und es klingt sehr gut. Die Bezeichnung "Finest Turntable in the World" hat er verdient.

(meret)

]]>
out-of-space.ch News: Frohe Weihnachten urn:uuid:C07B7DD8-9898-9069-AD48DE7A88EF0ADD 2009-12-24T12:12:56Z Das Team von out-of-space.ch wünscht dir, lieber Leser/liebe Leserin, entspannende und frohe Festtage.

Solltest du in letzter Minute noch ein Geschenk besorgen müssen, empfehlen wir dir folgende musikalischen Höhepunkte des letzten Jahres:

  • Für den anspruchsvollen IDM-Nerd sei die Jubiläumsbox von Warp (oder Teile daraus) empfohlen (siehe hier).
  • Für den überzeugten Schweizer, der nur inländische Waren konsumiert, da im Ausland der Schatten eines Minaretts auf die Produktionsstätte gefallen sein könnte, seien das wunderbar verspielte Album "How Much Peanut Butter" der bernischen Electric Blanket (siehe hier) oder das immer wieder überraschende "All These Things" von Lumi (siehe hier) ans Herz gelegt.
  • Dem ehemaligen Hippie, der schon lange davon träumt seinen langweiligen Bürojob für einen Drogentrip in Südamerika zu verlassen, kann "La Llama" des Scott-Herren-Projekts Savath & Savalas in Geschenkpapier eingepackt werden (siehe hier).
  • Für alle anderen darf man sich bedenkenlos das Solo-Debüt-Album von Fever Ray (Karin Elisabeth Dreijer Andersson, die Hälfte von The Knife) aussuchen (siehe hier). Wers nicht mag, darf nächstes Jahr bei der Geschenkevergabe getrost übergangen werden.
  • Wer noch auf der Suche nach der richtigen, saisongerechten Musikhintermalung für die Tage ist, findet hier noch einen netten Christmas-Mix von KidVector (dem Leader der Ninja Tune-Gruppe bei Last.fm).

Dein oos-Team

]]>
out-of-space.ch News: Live-EP und Live-CD von Archive urn:uuid:B0A6E43F-CB7C-7714-6C631109A5FB7EDC 2009-12-21T10:12:25Z Ab heute ist eine Live-EP der Controlling-Crowds-Tour von Archive digital verfügbar. Diese enthält fünf Songs vom Akustik-Konzert in La Geode, Paris, und hört deshalb passenderweise auf den Namen "Live At La Geode". Die EP ist exklusiv über die Homepage von FNAC erhältlich.

Am 18. Januar wird von derselben Show eine CD veröffentlicht, wobei alle Tracks der EP auch auf der CD erscheinen werden - es lohnt sich also zu warten.


Tracklist EP

   1. Pills
   2. Sleep
   3. Words On Signs
   4. Bullets
   5. Pulse

Tracklist CD


   1. Pills
   2. Lights
   3. Words On Signs
   4. Sleep
   5. Bullets
   6. Kings Of Speed
   7. I Will Fade
   8. Come On Get High
   9. Pulse
  10. To The End

Quelle: Archive-Newsletter

(as)

]]>
out-of-space.ch News: Portisheads Song für AI urn:uuid:7F325520-B05F-DCB3-591587FAF42F2E33 2009-12-11T20:12:42Z Geoff Barrow scheint voller Energie zu stecken. Nach seiner Produzententätigkeit am aktuellen Horrors-Album und dem Mitwirken am Krautrock-Improvisationsprojekt BEAK> erscheint nun ein neuer Portishead-Song.

"Chase the Tear" wurde für Amnasty International geschrieben und kann seit gestern, dem Tag der Menschenrechte, exklusiv von 7digital heruntergeladen werden. Dabei gehen alle Einnahmen an die Menschenrechtsorganisation. Details und ein Video sind auf der AI-Seite zu finden.

(as)

]]>
out-of-space.ch Review: Mathon - Via Mala - The Remixes urn:uuid:6F0874BB-FA0E-7A46-30DF54FFA80286BF 2009-12-08T17:12:02Z Früher im 2009 haben wir das Album Via Mala von Mathon für ein Review erhalten - ein Album, welches eine berüchtigte, eben schlechte Strasse ("Via Mala") beschreibt - nicht mit Worten, sondern mit Klängen. Diese Strasse führt von Thusis nach Zillis-Reischen im Kanton Graubünden und ist, den Klängen nach zu urteilen, eher düster, beklemmend und bedrohlich. Mit Via Mala - The Remixes nehmen sich nun verschiedene andere Musiker jenen musikalischen Wegposten an, welche von der Band Mathon beschrieben wurden. Die Vorlagen, die sich meist irgendwo im Noise, Drone oder Ambient bewegen, bieten da natürlich gute Ausgangslagen.

Doch schon die ersten Remixer, Mathias Grassow und Tomas Weiss, sind mit dem Gelände ein wenig gnädiger. Das will heissen, dass sie den Track, dem sie sich angenommen haben ("Hohen Rätien"), welcher im Original wohl einer der düstersten ist, ein wenig umgänglicher gestaltet haben. Der zweite Remix des selben Tracks (gleich Nummer zwei auf dem Album) von Emanuele Errante knüpft sehr schön an den ersten an, nimmt ein wenig Bewegung weg und fügt dafür ein wenig Ambiente ein.

Benfay hingegen fügte (der Beschreibung auf Mathons Webiste nach) dem Track "Carschenna", welcher im Original wie ein Stromgenerator in einer Höhle klingt, einen "sizilianischen Tarantella-Loop" zu, welcher aber nur schwierig herauszuhören ist. Dennoch geht dem Track sein Generator-ähnliches Rauschen und Brummen nicht verloren.

In "Punt da Suransuns" hört man nun zum ersten mal auch Vocals, hinzgefügt von Fernando Lagreca, wogegen Pe Lang seine Version von "Via Mala" in reine Geräuschkulissen auflöst. Alexandre Navarros Remix von "Nihil Habeo" ist wohl einer der interessantesten des Albums: Die Unterwasser-Eindrücke werden hier noch verstärkt und mit Gitarrenklängen erweitert, woraus eine schon beinahe Pink-Floydscher, psychedelischer Klang entsteht.

Diese Entspanntheit wird von Gunter Adler mit seinem Remix von "Via Mala" jäh mit grobem Rauschen und Schütteln mittels nervösen Arpeggios und dissonanten Klängen zerstört. Aber auch dieser Track wird gegen Ende ein wenig versöhnlicher und strukturierter. Dies ist eigentlich eine gute Überleitung zu "Veia Traversina", welches im Jap Jap-Remix so gar nichts mehr mit dem Original zu tun hat, sondern nun mehr eine eher poppige, wollig-elektronische Angelegenheit ist (auf Via Mala ist "Veia Traversina" jener Track mit den Marschier-Geräuschen).

Zum Abschluss hört man noch den dritten Remix des Tracks "Hohen Rätien", diesmal remixed von Strotter Inst., jenem Musiker, der auf seinen Plattenspielern eingeritzte Bierdosen und Klötzchen mit viel Hall spielen lässt. Entsprechend klingt auch der Remix, obwohl durch das gummibandmässige Wummern und Alarmanlagenartige Dröhnen die Feinheit des originalen Tracks immer noch durchscheint.

Da mit dem Original-Album Via Mala auch schon keine leichte Kost sondern eher Kennern empfohlene, aber sehr fein komponierte Musik geboten wurde, zeichnet sich folglich auch das Remix-Album durch ähnliche Attribute aus. Die Tracks wurden aber nie mit einem anderen Stil überpinselt, sondern fein ausgebaut oder demontiert - ein Vorgehen, welches bei dieser Art von Musik (zwischen Ambient und Drone) wohl auch dankbarer (und einfacher) ist. Somit kann das Remix-Album wohl den selben Hörern empfohlen werden, welche sich auch schon von Via Mala angesprochen fühlten.

Die Remixer:
Mathias Grassow und Tomas Weiss: www.el-culto.eu
Emanuele Errante: www.maisound.com/errante/
Benfay: benfay.com/
Fernando Lagreca: www.greknoise.com/
Pe Lang www.pelang.ch/
Alexandre Navarro: www.alexandrenavarro.com/
Gunter Adler: www.gunter-adler.de/
Jap Jap: www.japjap.net/
Strotter Inst.: www.strotter.org/

Eine Beschreibung aller Tracks gibt es auch auf der Webseite von Mathon.

Die Via Mala bei Google Maps.

]]>
out-of-space.ch Review: Alphatronic - Sonic Landscapes urn:uuid:6DBBD9E9-0EB3-A331-A322955E9C8CFB7F 2009-12-08T11:12:45Z In der Musik der letzten zehn Jahre gibt es viele neue Entwicklungen. Das wohl prägendste Element ist dabei der Computer - für viele Gruppen gehört der Laptop zur Standardausrüstung wie die E-Gitarre oder das Schlagzeug, vielerorts werden die Instrumente gar völlig durch den PC ersetzt. Dabei ist der Ursprung der elektronischen Musik, der Synthesizer, immer mehr in Vergessenheit geraten. Dass der Synthie deshalb jedoch noch lange nicht auf die Müllhalde gehört, beweist Alphatronic (bürgerlich Daniel Wihler) mit seinem neuen Album "Sonic Landscapes".

Die beste Beschreibung für seine Musik liefert Alphatronic gleich im  Albumtitel mit. Die Synthiearrangements erinnern wirklich an "Klanglandschaften", in die man beim Hören eintaucht. Diese Landschaften wurden mit viel Liebe gestaltet und bieten vielschichtige, sanfte Klänge. Dabei hat man den Mut, auch einmal einen schrägen Ton oder missklingenden Akkord einzubringen. Wer jedoch glaubt, dass der Musiker aus Bern nur ruhige Töne anstimmt, liegt falsch: Starke Elektrodrums verleihen dem Sound die nötige Härte, wirken letztlich aber auf die ganze Länge des Albums trotzdem etwas eintönig und dadurch ermüdend.

Beim Betrachten der Trackliste fragt man sich erst einmal, was die merkwürdigen Titel bedeuten sollen. Warum Alphatronic die Lieder nach Städten in Bhutan benannt haben, wird wohl nur er selbst erklären können. Der Opener "Radi" ist leider eines der schwächeren Lieder des Albums. Die sonst lieblichen Synthies klingen etwas abgedroschen und die Drums könnten aufregender sein. Danach kommt das Album aber etwas in Fahrt: Der zweite Song "Tashigang" stellt die Tanzbarkeit des Sounds unter Beweis und den Opener in den Schatten. Doch erst bei der Nummer 4 der Platte, "Autsho", zeigt Alphatronic, was sie mit ihren Sinthesizern alles können. Ein weiteres Highlight des Albums ist "Nubding", wo nochmals alles aus den Drummachines herausgeholt wird.

Alphatronic beweist mit ihrem Album "Sonic Landscapes", dass auch Electronica aus Bern das Potenzial hat, so gut zu sein wie internationale Grössen. Die Arrangements klingen phasenweise super - aber über die ganze Länge des Albums doch noch etwas eintönig, vor allem wegen der immer ähnlichen Drums. Dafür ist der Sound, dessen Einflüsse von Kraftwerk bis Depeche Mode reichen, frisch und unverbraucht. Wird das Potenzial beim nächsten Album voll ausgeschöpft, können wir dies mit Vorfreude erwarten.

(Jochen)

Reinhören:
Everest Records: www.everestrecords.ch/soniclandscapes/index
MySpace: www.myspace.com/alphatronicinzec

]]>
out-of-space.ch News: Goldfrapp: Neues Album urn:uuid:4FD0799D-E76C-1EB0-935271A5FD5A9896 2009-12-02T15:12:40Z Gut zwei Jahren nach dem mässig begeisternden "Seventh Tree", welches seit dem 3. November auch als Special Edition erhältlich ist, soll am 22. März 2010 das fünfte Goldfrapp-Album erscheinen. Dieses soll den Namen "Head First" tragen, nach ersten Berichten entgegen dem Titel aber wieder tanzbar sein. Alison Goldfrapp und Will Gregory sind momentan noch in West Country mit dem Mixen des Albums beschäftigt.

Eine erstes Single mit dem Namen "Rocket" soll ebenfalls im März den Weg in die Läden finden.

(as, via Pitchfork und Goldfrapp-Blog)

]]>
out-of-space.ch Review: Air - Love 2 urn:uuid:4A74ED53-D477-EBFC-2BA0293047EF3CC4 2009-12-01T14:12:34Z Air kehren zu den paradiesischen Sounds ihres Debüts zurück.  Das lässt frohlocken, aber nicht nur.

Moon Safari“ kam vor bald zwölf Jahren gerade zum rechten Zeitpunkt und bescherte den zwei Musikern aus Versailles bei Paris viel Ruhm, wurde ihnen aber auch zum vermeintlichen Verhängnis, musste jedes der darauf folgenden Alben dem Vergleich mit dem unübertrefflichen Erstling standhalten. Die beiden Franzosen scherte dies indes wenig, sie gingen eingeschlagene Wege weiter oder folgten neuen Pfaden, mal erfolgreich, mal weniger. Ihr sechstes Album nun ist eigentlich nicht viel mehr als eine Ansammlung von Selbstreferenzen, die Sounds ihres ersten Longplayers kommen dabei besonders oft zum Vorschein.

Womöglich ist dieses neue Album für Air so was wie eine persönliche “Best Of“, denn jedes der zwölf neuen Stücke hätte auch auf einem der vorangegangenen Alben Platz finden können. Das Duo hat die alten Synthesizer und Fuzzboxes im eigenen neuen Studio wieder hervorgekramt und Jean Benoit-Dunckel wagte sich öfters als zuvor selbst ans Mikro, Gaststimmen erklingen nur noch selten – spielt bei dem Vocoder-Einsatz aber auch nicht eine besondere Rolle. Die Stimmen geben trashige Worte in Englisch mit übertriebenem französischen Akzent von sich, hinter deren naiver Romantik sich (hoffentlich!) feine Ironie versteckt.

Die zwölf neuen Stücke sind sorgfältig aufgebaut und mit zahlreichen originellen und weniger originellen Einfällen gespickt. “Do the Joy“, “Be a Bee“ und “Eat My Beat“ sind Tracks, bei denen 60er-Agentenfilme-Soundtracks unüberhörbar Pate standen, Surf-Rock-Gitarren, treibende Live-Drums und mitreissende Synthies sorgen für ein turbulentes Aufeinanderprallen von Hitzewallungen und. Allgemein ist ziemlich vielen Momenten auf “Love 2“ eine filmmusikhafte Charakteristik eigen, wer die Kitsch-Überdosis mit Flöten und sentimentalen Keyboard-Streichern in “Tropical Disease“ etwa überlebt, erkennt die melodische Grösse der Komposition, hinter der auch Ennio Morricone stecken könnte. Die zweite Hälfte des gut sieben Minuten langen Stücks ist ein Chillout-Meisterwerk, das mit psychedelischem Gitarrengeheul zum Höhepunkt des Albums aufläuft. Die meisten der Stücke sind relativ kurz geraten, wirken etwas skizzenhaft. “So Light Is Her Footfall“ mit seinem Gainsbourg-Flair steht die Kürze gut, der einsilbigen Liebeserklärung “Love“ hingegen hätten einige Ideen und eine Minute mehr auch nicht geschadet.

Streckenweise ist “Love 2“ so gut wie das Debüt, nur finden sich hier leider auch einige ziemliche Langweiler ein, die nur mit ähnlichen Klangfarben, aber nicht mit ähnlicher Klasse punkten und sich selbst in einem Meer aus Schmalz versenken.

Und, apropos Klasse und Selbstreferenzen: Eigentlich, ja eigentlich, ist Airs wirkliches Meisterwerk ihre erste EP “Premiers Symptomes“ – doch deren stilvolle Eleganz kommt hier leider viel zu selten zum Vorschein.

(Tobias Imbach / exit.music)

Dies ist ein Review von unserer Partnerseite

exit.music

]]>
out-of-space.ch News: Tricky: Re-Release und neue Remixes urn:uuid:4A3EC85B-E980-2A55-0A6891A8B1687916 2009-12-01T13:12:26Z Seit Mitte November kann Trickys Klassiker "Maxinquaye" als Deluxe Edition erstanden werden. Wer das Debüt des Trip-Hop-Veteranen aus dem Jahre 1995 verpasst hat, sollte sich diesen sowieso holen. Die dem Originalalbum beigelegte zweite Disc mit Remixes macht die Veröffentlichung aber auch für diejenigen, die das Album bereits besitzen, attraktiv.

Die zweite Disc im Detail:
1. She Devil (Rough Monitor Mix)
2. Ponderosa (Dobie's Rub Part 1)
3. Slick 66 (Commercial 12" mix)
4. Overcome (Bungle Mix)
5. Brand New You're Retro (Alex Reece Remix)
6. Black Steel (Been Caught Steeling Mix)
7. Aftermath (Version 1)
8. Just For The Hate Of It (Rough Monitor Mix)
9. Karmacoma (Accapella Mix)
10. Black Steel (Accapella Mix)
11. Overcome (2009 Mix)
12. Hell Is Round The Corner (2009 Remix) 
13. Black Steel - Tricky, Jose Maria & Kidd Rasta (2009 Remix)

Fast zeitgleich erschien ein Album mit dem Namen "Tricky Meets South Rakkas Crew", auf welchem Dancehall-Remixes des letzten Tricky-Albums "Knwole West Boy" zu finden sind. Der Remix von "Council Estate"der South Rakkas Crew ist auch auf Trickys Myspace-Seite zu finden.

(as)

]]>
out-of-space.ch Review: Kottarashky - Opa Hey! urn:uuid:4974B223-A393-5B9C-8F795908D83B33C0 2009-12-01T09:12:42Z Also, was weiss ich über Bulgarien? Ich muss gestehen, nicht viel und wahrscheinlich wird es vielen anderen genau so ergehen wir mir. Darum zu Beginn etwas Informationen über das Land am Schwarzen Meer.
Hauptstadt: Sofia; Staatsform: Republik; Amtssprache: Bulgarisch; Amtierender Präsident: Georgi Parwanow; Amtierender Ministerpräsident: Bojko Borissow; Fläche: 110.994 km²; Einwohnerzahl: 7.606.551 (Dezember 2008); BIP/Einwohner: 6.856 US$ (Schweiz 67.385 US$); Währung: Lew; Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich: 1878 (anerkannt 1908); Nationalhymne: Mila rodino (‚Meine Heimat’); Zeitzone: UTC +2; Autokennzeichen: BG; Internet-TLD: .bg; Telephonvorwahl: +359

Ok, was weiss ich über bulgarische Musik? Ab hier wird es ganz dünn.
Das Bulgarien vor allem mit klassischer und Chor-Musik gesegnet ist (und hier durchaus Weltruhm erreicht), konnte ich noch aus tiefster Vergangenheit hervorkramen. Bei elektronischer Musik besteht aber ein weisser Fleck auf der Landkarte. Nada ... nix!

Seit Bands und Projekten wie Gotan Project, 1 Giant Leap, Thievery Corporation, Talvin Singh uvm. hat zwar der World/TripHop/Elektro-Mix einen rasanten Aufschwung erlebt. Die Ingredienzen stammten aber vorwiegend aus südlicheren oder weiter östlichen Gefilden und nur äusserst selten aus dem Balkan. Der Eine oder Andere mag durch Filmen von Emir Kusturica Kontakt zu eben dieser Musik gehabt haben, oder Bands wie Apparatschik oder den Sampler Electric Gypsyland kennen. Weitgehend bleibt uns diese Musik meist fremd. In dieser Hinsicht stellt sich das Label Asphalt Tango Records als wahre Fundgrube heraus. Diese haben sich explizit auf Zigeunermusik und Musik aus dem Balkan spezialisiert. Reinhören ist auf der Label-Homepage übrigens bestens möglich.

Doch selbst da stellt sich Kottarashky noch als Exot heraus. Er macht nicht nur einfach elektronische Musik, er verwebt sie sehr stark mit klassischen Audio-Schnipseln aus seiner Heimat. Die zur CD mitgelieferte Kurzbeschreibung trifft die Sache eigentlich ganz gut:
"Kottarashky ist ein digitaler Soundpuzzler, der an seinem Rechner alte Feldaufnahmen vom Balkan, klassischen Jazz und Blues, psychedelische Sounds, Club Beats und Romaweisen seziert, um all dies dann zu einem eigenwilligen, packenden Groove zusammensetzt".

Was mir vor allem gut gefallen hat, ist der Umstand, dass sich Elektronik und Beats dezent im Hintergrund halten und Akkordeon, Oboe, Trompete, Flöten, Gesang und vielen (z.T. traditionell anmutenden) Instrumenten höflich den Vortritt lassen. Einzelne Stücke müssten meines Erachtens nicht unbedingt am Rechner entstanden sein. Viele Lieder besitzen einen gewissen "Live"-Charakter. Der stark repetitive, manchmal fast monotone Aufbau der Stücke, lässt zudem eine ganz eigene Stimmung entstehen. Durch die wie eingeworfenen Sprachschnipsel erhält das ganze eine äusserst exotisch anmutende Atmosphäre, der manchmal fast etwas tranceähnliches anhaftet.

Viele Stücke wie "Chetiri" , "Opa Hey", "Lele" und ansatzweise "Blatoto" sind meiner Meinung nach sehr nahe bei traditioneller Musik aus dem Balkan angesiedelt (Kenner mögen mein begrenztes Wissen gerne erweitern). Über treibende Rhythmen wird in Serie eine rechte Bandbreite von klassischen Instrumenten abgefeuert. Der Elektroniker tritt aber noch nicht zwangsläufig in Erscheinung.
Bei Stücken wie "Tebe" , "Tempe", "Mandra", "Long Song" und "Mynamar" schieben sich dann langsam Trip-Hop Elemente nach vorne. Die elektronische und beattechnische Aufarbeitung des Materials wird nun hörbarer. Klare Grenzen sind aber auch hier eher schwer zu ziehen. Die Übergänge sind und bleiben fliessend.

Im Song "September" werden nicht nur Brücken zwischen den Musik-Stilen, sondern auch zwischen den Sprachen geschlagen. Die erste Hälfte des Stückes mutet wie eine atmosphärische Jazz-Ballade an, die später durch einen dezenten Beat an Fahrt aufnimmt. Zu den gewohnten Gypsy-Sprachschnipseln gesellen sich dann noch einzelne spanische  Phrasen.

Wie der Titel "I want you to Sleep" schon andeutet wird hier das Tempo heruntergefahren. Müdigkeit kommt jedoch keine auf, man wird nur ganz leicht eingelullt und gemütlich in den letzten Track der CD "Bell" entlassen. Hierbei handelt es sich wieder um einen, in "Anführungszeichen" klassischeren Trip-Hop Track. Zumindest was den Beat betrifft gehen wir auf bekannten Pfaden, ohne aber den traditionellen Bezug zum Rest der CD zu verlieren. Der Balkan ist und bleibt präsent.

Ich muss gestehen, dass mir diese Review bis zu einem gewissen Grad Schwierigkeiten bereitet hat. Auf der einen Seite finde ich die Kombination von klassischen und neuen Elementen äusserst spannend und auch äusserst gelungen. Hier wurde mit viel Akribie und Respekt gearbeitet. Es wurden nicht einfach irgendwelche Audio-Schnipsel über einen 08.15 Beat ausgekippt, sondern den klassischen Elementen viel Raum zugestanden, so dass diese ihre Wirkung  entfalten konnten.
Genau hier liegt aber auch das Problem. Teilweise war ich von den Klanggebilden überfordert, da diese manchmal doch recht weit weg von meinen mitteleuropäischen Hörgewohnheiten waren. Diese Musik verlangt eine gewisse Präsenz beim Hören, da sie als Hintergrundmusik doch eher irritierend sein kann. Das stark repetitive Moment trägt das seinige dazu bei. In diesem Fall kann ich nur empfehlen, in die CD reinzuhören und sich sein eigenes Urteil zu bilden (Label-Homepage und MySpace können hier helfen, siehe unten). Eine Bereicherung und Erweiterung der musikalischen Landschaft ist Opa Hey! aber auf jeden Fall.

(twintip)

Reinhören:
http://www.asphalt-tango.de
http://www.myspace.com/kottarashky

]]>
out-of-space.ch News: Efterklang: Neues Album im Februar urn:uuid:362929F8-CA7B-84FE-705C6DAFA1A543C0 2009-11-27T16:11:25Z Die dänische Band Efterklang hat ihr drittes Album angekündigt. Dieses soll am 22. Februar 2010 erscheinen und den Namen "Magic Chairs" tragen.

Laut eigenen Angaben soll sich der Sound im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen deutlich verändert haben. Der Song "Modern Drift", welcher gratis von der Efterklang-Homepage heruntergeladen werden kann, lässt dies bezüglich kein abschliessendes Urteil zu. Zwar ist auch dieser Track bandtypisch reichlich instrumentiert und es lässt sich wie beim letzten Album "Parades" die Liebe zu klassischer Orchestermusik erkennen, es scheint aber eine gewisse Annäherung an Musik im Stile von TV On The Radio gegeben zu haben.

Die Tracklist von "Magic Chairs":

01: Modern Drift
02: Alike
03: I Was Playing Drums
04: Raincoats
05: Harmonics
06: Full Moon
07: The Soft Beating
08: Scandinavian Love
09: Mirror Mirror
10: Natural Tune

Bild: http://www.efterklang.net

(as)

]]>
out-of-space.ch News: Massive Attack: Vermisste Songs urn:uuid:354F87D3-9A58-1CD6-4BB4DC33CD0B3050 2009-11-27T12:11:42Z Wer die Setists der am Mittwoch in Winterthur zu Ende gegangenen Tour mit der Tracklist des kommenden Albums „Heligoland“ vergleicht, wird feststellen, dass diese recht schlecht übereinstimmen. Ein Blogbeitrag der Band sorgt zumindest teilweise für Klärung: Bei den Titeln, die auf dem Album  „Atlas Air“, „Flat Of The Blade" und „Girl I Love You" heissen, soll es sich um die Tracks mit den Arbeitstiteln „Marrakesh", „Bulletproof Love" und „16 Seater" (alle drei wurden in Winterthur gespielt) handeln.

Zudem weiss Wikipedia, dass eine Limited Edition mit Bonus Material und, im Mai 2010, eine EP mit nicht veröffentlichten Tour-Tracks erscheinen sollen. So werden wohl die meisten Titel der Tour den Weg ins CD-Regal schaffen – hoffentlich auch „Red Light“ und „Dobro“.

Quellen: massiveattack.com, wikipedia.org
Bild:
massiveattack.com (Perfomance von Marrakesh)

(as)



]]>
out-of-space.ch Konzertbericht: Massive Attack (Eishalle Deutweg Winterthur urn:uuid:35184813-A580-A6E8-D8938D761E3A2936 2009-11-27T11:11:21Z out-of-space.ch News: Endlich: Datum und Name von neuem Massive Attack Album bekannt (Heligoland, 8. Februar 2010) urn:uuid:2A46018D-9642-A187-692D424632AFE15F 2009-11-25T08:11:28Z Schon der Name unseres Threads im Forum (siehe hier) zum neuen Massive Attack-Album zeigt, wie lange wir darauf gewartet haben. Gestern nun, just einen Tag vor ihrem Konzert in der Schweiz (Winterthur) wird nun endlich ein Albumname und ein verbindliches Datum genannt.

Heligoland soll am 8. Februar 2010 erscheinen. Und neben dem Namen und dem Datum wurde auch schon das Tracklisting bekanntgegeben:

01. Pray For Rain
02. Babel
03. Splitting The Atom
04. Girl I Love You
05. Psyche
06. Flat Of The Blade
07. Paradise Circus
08. Rush Minute
09. Saturday Come Slow
10. Atlas Air

Die Tracks "Splitting The Atom", "Pray For Rain" und "Psyche" waren bereits auf der schon erschienenen EP "Splitting The Atom" zu hören. Neben den Gästen Tunde Adebimpe, Martina Topley-Bird und Guy Garvey (Elbow), die schon auf der EP zu hören waren, werden ausserdem Horace Andy, Damon Albarn (Blur, Gorillaz), Hope Sandoval, Robert und Grant mit Vocal-Parts vertreten sein.

Die Band will zudem in den nächsten Wochen noch weitere Vorschauen in Form von Tracks und Filmen auf ihrer Website veröffentlichen. Wir halten euch auf dem Laufenden...

http://massiveattack.com

(grid)

]]>
out-of-space.ch Review: Underworld - Underworld vs. The Misterons - Athens urn:uuid:ED0538C7-90E2-E124-7E713D30AA5F1366 2009-11-13T11:11:52Z Es beginnt langsam, gemütlich und klingt wie in einem buddhistischem Tempel, wo gerade meditiert wird. Harfe und sonstige berieselnde Instrumente, die fast hypnotisierend wirken. Dann setzt ein Saxophon ein. Sie spielt super. Es wird jazzig. Dann wieder berieselnd und einschläfernd. Das Stück geht sehr lang.

"You know you know" beginnt ruhig und zögerlich. Jazzige Gitarren und eine Orgel, vielleicht eine Hammond. Es ist gemütlicher Jazz. Mit gewissen Themen, die sich immer wiederholen. Eigentlich ganz einfach gestrickt. Und doch gut. Es eignet sich gut als Hintergrundsmusik. Immer mehr Instrumente kommen dazu, z.B. Schlagzeug.
"Theme From Sprite" wird gemanaget von Gitarren. Sie spielen flüssig, immer weiter und weiter und wollen nicht mehr aufhören. So sehr, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass das dritte Lied nun ins vierte übergegangen ist. Jetzt gibt es wieder einen Hauch Asien, ähnlich wie ganz am Anfang der Platte.
Langsamer, gemächlicher Jazz, würde ich das beschreiben. Orgel, Schlagzeug und irgendein Blasinstrument. Allgemein fallen mir die schönen Bläsersolos auf. Die Klarinette ist die, die reden will, die Aufmerksamkeit will. Immer wieder dieselben Themen, die sich wiederholen. Vielleicht auch ein Markenzeichen dieser Platte. Ist es vielleicht eine Chill-out-CD? Jedenfalls Musik, geeignet zum Dösen. Es tönt alles recht gleich.

Jetzt erst merke ich, dass jedes Lied von anderen Musikern gemacht ist. Also eine Sammlung? Dabei sind Alice Coltrane, Mahavishnu Orchestra, Squarepusher, Soft Machine, Roxy Music, Detroit Experiment, Moodyman, Osunlade, Underworld, Laurent Garnier, Miroslav Vitous und Brian Eno and Karl Hyde.

Bei "2HB" taucht die erste natürliche Stimme auf, und es tönt sehr nach den Beatles. Ja, es könnte wirklich ein Beatleslied sein. Und es erinnert mich sofort an alte Zeiten.
"Space Odyssey" ist Trompetenjazz. Schön! Wow, die Blasinstrumente haben es wirklich im Griff auf dieser Platte. Gemütlicher Jazz mit Bass, Piano, Schlagzeug. Die Hauptfigur ist die Trompete. Es wäre sogar möglich, dass die Blasinstrumente diese Platte regieren.
Bei "Rectify" kommt das erste mal ein leichter Elektrobeat dazu. Es klingt nach Chill-out mit Jazz. Wie in einer Strandbar in Italien. Ein Mann, der singt. Gemütliche Hintergrundsmusik.

Nummer 8 bis 12 werden nun plötzlich schneller und nervöser. Vielleicht auch gefährlicher. Es erinnert mich plötzlich an die Drei Fragezeichen. Es gibt jetzt plötzlich auch ein bisschen Elektro, und sogar einen Technobeat. Es scheint, als erwache die Platte nach der zweiten Hälfte. Eine jazzige Verfolgungsjagd beginnt. Vielleicht gemischt mit bisschen House? Jedenfalls ist es Jazz auf höchstem Niveau. Weiter geht’s mit hektischen elektronischen Experimenten. Auffallend ist auch, wie lange die Lieder jeweils dauern. Zwischen 5 und 10 Minuten. Und immer haben die Blasinstrumente das Sagen.

"New York City" ist Funk. Da kann man nicht ruhig stehen bleiben. Recht nervös, zusammen mit einem Klavier und einer Stimme im Hintergrund, aber es ist toll. Es erinnert mich kurz an Gilles Peterson oder Pet Metheny. Zudem muss man sagen, dass das Lied super aufgebaut ist, für die 10 Minuten, die es dauert.

Athens ist ganz klar eine Jazz-Platte, mit viel Trompete. Fast keine Spur von Elektro. Dafür wirklich Jazz vom Feinsten. Mal gemütlich, mal hektisch. Sehr zu empfehlen.

(meret)

Mini-Website zum Album: http://www.underworld-misterons-athens.com/

]]>
out-of-space.ch Konzertbericht: FM Belfast (Iceland Airwaves 2009, Nasa, Reykjavik urn:uuid:BE2AC175-C63E-5E95-A9071DDF3A2265D4 2009-11-04T08:11:43Z out-of-space.ch Review: Tone - Small Arm Of Sea urn:uuid:B9F7918C-AAB5-4DDF-DD57948F25F5FE13 2009-11-03T13:11:20Z Es beginnt mit Feengesang, mehrstimmigem Frauengesang. Seltsam klingt es, englisch und leicht daneben. Es hallt wie in einer Kirche oder in einer Höhle, dazu kommt Harfe und ein scheppernder Beat, der immer leicht zu spät kommt. Eine dritte Frauenstimme setzt ein. Alle singen kreuz und quer, die Stimmen aber nicht kräftig, sondern eher scheu und leise. Es erinnert mich sehr an Coco Rosie. Weil beide Frauen miteinander singen, versteht man nichts, ausser ab und zu das Wort "slowly".

Wenn ich das Cover anschaue kommt mir die isländische Künstlerin Gabriela Fridriksdottir in den Sinn, die auch für Björk schon mal Plattencovers gezeichnet hat.

"Wake me up" ist ein passender Titel zu dem, was man hört: eine Frauenstimme, leicht kratzig, und es scheint, als ob es noch früh am Morgen ist. Die Musik ist ruhig, gemischt mit einem leichten elektronischen Beat. Gemütlich, und auch als Hintergrundsmusik geeignet. Wieder sehr ähnlich wie Coco Rosie. Die Stimmen klingen sehr nah, ich habe das Gefühl, die Frau sitze direkt neben mir. Der Gesang ist beschränkt auf eine einfache Melodie mit immer denselben Tönen.

Bei "Stringphant" wird eher gesprochen, als gesungen. Mundharmonika, Rassel und andere lustige Instrumente kommen dazu. Es ist recht anstrengend zum Hören. Wiedermal meine Vorstellung von einem Kinderspielnachmittag: kratzige Geräusche, ein Durcheinander von Instrumenten und Gesängen.
Allgemein ist die Musik von Tone sehr weiblich, finde ich. In jedem Lied singt mehr als eine Frau, und diese Gesänge übertönen alle anderen Geräusche. Eine Platte voller weiblicher Sanftheit, gemischt mit feinem Elektro.
"Opensecret" führt wieder in die verwunschene Welt der Feen. Vielleicht ist es ein Xylophon, das diese feenartigen Geräusche erzeugt? Scheu und leise. Eine Frauenstimme, die wimmert, Türen, die auf und zu gemacht werden. Die Stimme wird beim Singen während der ganzen Platte sehr zurückgehalten und nur aufs Nötigste beschränkt, als ob die Nachbarn nicht gestört werden dürfen. So versteht man den Text, das Englisch auch kaum. Gerade erinnert es mich wieder fest an Björk.

Nicht nur das Plattencover, sondern allgemein die Musik von Tone hat etwas Isländisches. Tone kommt tatsächlich aus dem Norden, aber aus Dänemark. Es lohnt sich sicher, sie live zu sehen, wenn zu ihrer Musik auch noch Bilder dazukommen vom Videokünstler und VJ Kristian Ravn Ellestad, mit dem sie zusammenarbeitet.

Small Arm Of Sea ist ein sehr ruhiges Album. Immer wieder diese feinen Tönchen, die kommen. Vielleicht sogar besinnlich. Jedenfalls sehe ich in der Musik viele Landschaften. Als ob die Frauen die Natur besingen würden.
"Work it" beginnt sehr schön. Eine Handorgel, die traurig spielt und hallt. Kontrabass setzt ein. Hier scheint alles zu stimmen. Mir kommt Mich Gerber in den Sinn. Plötzlich wechselt es zu Trip-Hop und es klingt wieder nach Björk. Eine wimmernde Stimme singt dieses leicht traurige, aber schöne Lied. Die Lieder haben immer etwas leicht Melancholisches und auf eine Art eisiges. Zum Teil sehr einschläfernd und hypnotisch. Und auch wenn ein nervöser Elektrobeat dazugemischt wird, ist die ruhige Frauenstimme stärker, und beruhigt alles wieder.

Bis zum Schluss gibt es Musikdosen die nur zwei Töne spielen können, und eine Platte mit Sprung. Die Gesänge schräg und daneben, die Sprache unverständlich. Knorzen und Kratzen. Einlullend und Einschläfernd. Es ist Musik, die den Pulsschlag senkt. Vielleicht Mütter, die für ihre Kinder eine Einschlafmusik auf Platte aufnehmen wollten.
Das letzte Lied klingt nochmals sehr nach Björk. Die Stimme ist zwar nicht die gleiche, das merkt man, aber die Stimmung des Liedes.

Das Markenzeichen dieser CD ist sicher der mehrstimmige Gesang. Fast nie singt eine Frau nur allein. Es ist eine schöne Platte, weiblich und verwunschen, aber vielleicht zuwenig eigenständig. Mich stört es, dass es so sehr nach Coco Rosie und Björk klingt. Zudem finde ich Coco Rosie und Björk machen interessantere Musik, als Tone. Vielleicht muss man aufpassen, dass dieser Coco Rosie-Stil nicht zur Mode wird? Dann würde es schnell langweilig werden. Trotzdem ist "Small Arm Of Sea" eine schöne CD, und perfekt für gemütliche, müde Wintertage.

(meret)

Reinhören/Downloads: http://tonetone.org/

]]>
out-of-space.ch Konzertbericht: Lumi (Parterre Basel urn:uuid:B5FACE0F-AC0B-A13C-E0A5C4AD78EC1CD9 2009-11-02T18:11:23Z out-of-space.ch Review: Filewile - Blueskywell urn:uuid:9ABD7565-C1C2-D86F-9D152EB0D9448E95 2009-10-28T11:10:38Z "Sombrero Or Die" beginnt stampfend, schnell, wie ein Zahnrad, das dreht und dreht und vorwärts muss. Vielleicht eine Verfolgungsjagd durch den Dschungel. Ab und zu wieder seltsame elektronische Töne und spezielle Melodien. Wow! Es ist schön. Zum Teil wird die Musik fast zu Trance, und erinnert mich an Faithless. Musik, die glücklich macht. Es klingt nach Techno, aber man merkt, dass es mit analogen Instrumenten gespielt ist.

Filewile, das sind die beiden Berner Produzenten Dustbowl (Andreas Ryser) und Dejot (Daniel Jakob). Andreas Ryser sagt zum neuem Album, dass sie nun grösstenteils mit analogen Geräten arbeiten. Der Laptop dient nur noch als Steuerung und nicht mehr als Instrument, wie früher beim ersten Album. Nun kommt eine Tape-Maschine, Space-Drum und eine Farfisa-Orgel aus dem 1963 zum Einsatz.

Mit "Number One Kid" tauchen die ersten beiden Stimmen auf. Mir gefallen die elektronischen Tönchen im Hintergrund. Pfeifen. Groovy-Funky. Jedenfalls sehr fantasievoll und mit Beat. Weiter geht's mit Swing. Trompeten und jazzige Tollpatschigkeit. Easy-Sonntags-Sonnensound mit einer Prise Reggae. Experimentelle elektronische Töne. Filewile mischen ganz verschiedene Musikstile zusammen, das gefällt mir. Es ist nicht unbedingt elektronisch, aber dann wieder doch.
"Radiotower" erinnert mich einwenig an Tim und Puma Mimi, gemischt mit Musicalgesang, ja fast geistlichem, klassischem Gesang. Vielleicht chinesischer Gesang? Jedenfalls eine sehr hohe Stimme. Mir ist, als wäre ich in China, und würde beim Frühlingserwachen zuschauen. Ungewohnte Melodien.

Die Musik von Filewile ist schwer zu beschreiben. Zum Glück auch. Sehr eigenständige Musik, die nicht mit einer anderen Band zu vergleichen ist. Musik, die man sonst selten hört. Die Band hat Freude am Zusammenmixen von verschiedenen Elementen, und das gelingt ihnen perfekt. Egal was, es stimmt einfach. Ob es nach Hiphop klingt, nach Reggae oder nach Elektro. Lustig finde ich auch, dass man kaum versteht, in welcher Sprache jeweils gesungen wird.
"Blueskywell" präsentiert sich mit einer schönen, dunklen Frauenstimme, und erinnert mich einbisschen an Morcheeba, von der Stimmung her. Etwas, das sich durch die ganze Platte durchzieht ist der Tollpatsch, das Jazzige, Trashige, Gemütliche, die Experimentierfreude. Aber auch die schönen Melodien haben Filewile im Griff. Und das finde ich sehr wichtig.

Weiter geht’s mit Tranceeinflüssen, kratzigen Geräuschen und hohen Gesängen, die irgendwie altmodisch klingen und dann doch wieder modern. Für die Stimme ist übrigens die Sängerin Joy Frempong zuständig. Nun sind sie nicht mehr nur ein Laptop-Duo wie früher, sondern haben mit ehemaligen Gastmusikern eine veritable Band geformt, zu der nun auch der Bassist Mago Flück gehört. Ende 2007 tourte die Band in Mexiko und haben dort viele Soundideen gesammelt, die sie dann im Studio zu Blueskywell verarbeitet haben.
Ich habe das Gefühl, dass ihnen Rhythmus allgemein wichtig ist. Der stimmt perfekt, in jedem Lied. Eben dieses Zahnrad, das dreht und dreht und dreht.

"Iron Lady" beginnt mit einem wunderschönen Anfang und erinnert mich wieder an Faithless. Sprechgesang kommt jetzt zu Trance: es wird spannend und exotisch. Wow! Diese Wendung hätte ich nicht erwartet. Verschiedene Blasinstrumente und Sirenen werden gemischt. Vielleicht ist das Mexiko?  Bis zum Schluss gibt’s noch eine schottische Atmosphäre mit Harfe, gemütlich und Chill-Out zum Entspannen. Dann kommt Blasmusik, Fasnacht und
Marschmusik, zu der eine Frau im Sprechgesang eine Geschichte erzählt.
"Codeine" ist etwas Rock und etwas Trip-Hop. Wieder Sprechgesang und mir kommt Tricky in den Sinn. Sehr schöne Kombinationen und ein cooler Beat, der das Ganze tanzbar macht.

Ich bin begeistert von Blueskywell. Ein Album, das man einfach haben muss. Zusammengemixt aus vielen verschiedenen Dingen ergibt sich ein Wunderwerk. Fantasievoll und mutig. Exotisch und perfekt.

(meret)

Reinhören: http://www.myspace.com/filewile

]]>
out-of-space.ch Konzertbericht: Cluster, Welttraumforscher, Papiro (Shift Festival Basel urn:uuid:96D6638C-9F00-48E4-F5D1485CD0831FE6 2009-10-27T17:10:23Z out-of-space.ch Konzertbericht: Kieran Hebden und Steve Reid (Shift Festival Basel urn:uuid:8731149D-D990-FE4F-83F8663C37A6118A 2009-10-24T17:10:31Z out-of-space.ch Review: Massive Attack - Protection urn:uuid:4D52C9B3-A1F0-F7A0-DB41D9CDBA19768E 2009-10-13T11:10:21Z Obwohl „Protection“ in der Top 10 der Coolest Albums of All Time List des Rolling Stones Magazines aufgelistet ist, obwohl „Radiation Ruling The Nation“, der Mad-Professor-Remix des Songs „Protection“, in einer Top 5 in der Nick-Hornby-Verfilmung „High Fidelity“ auftaucht und obwohl auf dem Album die letzte Zusammenarbeit mit Tricky zu hören ist, geht Massive Attacks Zweitling oft ein wenig zwischen dem frühen Noch-Nicht-Wirklich-Trip-Hop-Klassiker „Blue Lines“ und dem düsteren Meisterwerk „Mezzanine“ unter. So fehlt beispielsweise auf der deutschen Wikipedia ein Artikel zum Album und in der englischen Wikipedia muss es sich in der aktuellen Version gar als „coffee-table chill-out“ bezeichnen lassen.

Dieser Ausdruck, oder zumindest die Bezeichnung "Chill-Out", mag zwar ansatzweise auf gewisse Tracks wie die beiden rein instrumentalen, von Craig Armstrong komponierten Stücke „Heat Miser“ und „Wheater Storm“ zutreffen, und dass das Album eine gewisse luftige Leichtigkeit aufweist, ist unbestritten, das Attribut wird aber dem Album als Ganzes, welches sich nie auf eine Musikrichtung festlegen will, nicht annähernd gerecht. Die Vielfalt an zumindest berührten Genres ist sicher auch auf die vielen am Album beteiligten Personen zurückzuführen. Neben den bereits erwähnten Tricky und Craig Armstrong und den drei Kernmitgliedern 3D, Mushroom und Daddy G waren MA-Stammsänger und Reggea-Urgestein Horace Andy, die Sängerinnen Tracey Thorn und Nicolette, der Produzent Nellee Hooper und einige mehr in den Entstehungsprozess involviert.

Das Album startet mit der zweiten Single „Protection“, welche am besten mit dem dazugehörenden, schnittlosen Video von Michel Gondry genossen werden sollte. Der mit knapp 8 Minuten eigentlich kaum als Auskopplung geeignete Song erzeugt unter anderem mit Tracey Thorn von Everything But The Girl am Mikrophon, einem Sample von James Brown und einem sich unendlich über den Zeitstrahl erstrecken scheinenden Beat ein Gefühl der Hypnose und vollkommener Entspannung. Ebenfalls hypnotisch, aber mit gänzlich anderen Mitteln, wirkt das mit Sprechgesang von Tricky und 3D vorgetragene und einem Basssample von Gainsbourg unterlegte „Karmacoma“. Der Titel wurde später von Tricky, allerdings mit ergänzenden Vocals von Martina Topley-Bird und unter dem Namen „Overcome“, auf seinem Debüt „Maxinquaye“ veröffentlicht, so wie sich auch der Protection-Song „Eurochild“ unter dem Namen „Hell Is Round the Corner“ auf Trickys Erstling wiederfindet.

In „Three“, sinnigerweise der dritte Titel des Albums, ist erstmals Nicolette zu hören, die in einem feenhafter und luftiger Titel über ihre lucky number singt. Es ist allerdings gerechtfertigt, dass auf „Collected“, der Best-Of von Massive Attack aus dem Jahre 2006, der zweite Nicolette-Titel, „Sly“, zu finden ist: Mit einem gelungenen Geigenarrangement von Armstrong nehmen uns die Briten auf eine wundersame Reise mit: „It's hard to decide what is real these days / When things look so dizzy to me“. Seinen Namen verdiente sich der Track allerdings wohl nicht, weil er sonderlich durchtrieben wäre, sondern weil er ein Sample der US-Soul-Band Sly & The Family Stone verwendet. Auch hier wird man ein Jahr später auf Trickys Debüt eine Parallele entdecken können: den Song „Pumpkin“, benannt nach einem Smashing-Pumpkins-Sample.

Etwas dunkler, mit einigen dubbigen Halleffekten und der unverwechselbaren Stimme von Horace Andy präsentiert sich das unter anderem im Reggae verwurzelte „Spying Glass“, welches auch im Film „187“ mit Samuel L. Jackson verwendet wurde. In „Better Things“ klagt Thorn an: „You want freedom without love / And magic without love“. Auch hier wird ein Sample von James Brown verwendet, wobei das Original auf „Protected“ zu finden ist. „Eurochild“ wiederum präsentiert Tricky in einem der dunkelsten Titel des Albums, was nachträglich, obwohl noch ohne Gitarren, wie ein Ausblick auf „Mezzanine“ wirkt.

Bei all der Liebe zu den begabten Sängerinnen und Rapper ist der eigentliche Höhepunkt des Albums das instrumentale „Heat Miser“. Mit einem schweren Atmen à la Darth Vader und einer bedrohlichen Pianaomelodie im Stile von „Halloween“ startend, strebt das Zusammenspiel aus Klavier und Perkussion in ungeahnte Höhen. Beendet wird das Album mit einem eher belanglosen und unpassenden Doors-Cover.

Dem Namen entsprechend fällt „Protection“ deutlich weniger düster als die später erscheinenden „Mezzanine“ oder „100th Window“ aus. Dank vielen wunderbaren, mittlerweile zu Klassikern avancierten Songs gehört es aber zweifelsohne in jede gutsortierte Plattensammlung – zusammen mit dem Dub-Remix-Album „No Protection“ vom Mad Professor. Zudem kann das Album wegen den wiederverwendeten Songteilen bereits als kleine Vorschau auf die ein Jahr später eindrücklich startende Solokarriere von Tricky betrachtet werden. Und auch Craig Armstrongs Debüt, welches allerdings erst 1998 erschien, wird bereits angedeutet, ist darauf doch ein Rework von „Weather Storm“ zu finden.

(as)

]]>
out-of-space.ch News: Kraftwerk mit neuem Album im 2010 urn:uuid:338E13FD-C193-95FD-95CF8FE7917576E5 2009-10-08T11:10:59Z Wie die Deutschen Elektro-Pioniere der Musikseite Billboard.com mitgeteilt haben, wird im 2010 scheinbar ein neues Album von Kraftwerk erscheinen. Seit Tour de France (2003) ist doch schon einige Zeit vergangen. Doch scheinbar hat die anstehende Veröffentlichung von "Der Katalog", den gesammelten Werken zwischen 1974 und 2003 (acht Alben), welche am 30. Oktober 2009 fällig ist, der Band Lust auf ein neues Album gemacht.

Dennoch, ganz das selbe wird es wohl nicht werden, denn auf diesem Album wird Florian Schneider fehlen; dieser hat die Band vor einem Jahr nach der Tour verlassen. Dennoch ist die Ankündigung ein sehr guter Grund sich zu freuen, zumal Ralf Hütter auch mitteilte, dass wohl wieder eine Tour ansteht, sobald das Album vollendet ist. Man kann nur hoffen, dass dann die Schweiz auch wieder berücksichtigt wird.

(grid)

]]>
out-of-space.ch Review: Archive - Take My Head urn:uuid:E1A3748E-FE17-328B-59A88ACA4BCBE3D9 2009-09-22T14:09:28Z „Take My Head“ gilt heute sowohl bei Fans und Kritikern, als auch bei Archive selber als das schwächste Album der nun doch schon fünfzehnjährigen Bandgeschichte. Lohnt es sich also überhaupt, sich mit dieser Scheibe zu beschäftigen - gerade in Zeiten wo eine riesige Musikbibliothek nur einen Mausklick entfernt ist? Ich glaube ja, denn gerade die Mängel, die dem Hörer fast bei jedem Song vor Ohren geführt werden, zeigen doch, dass ein durchaus brauchbares Grundgerüst vorhanden ist, welches man verschandelt sieht. Zudem übte das Album einen grossen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Band aus, sowohl mit einigen hier erstmals in den Archive-Kosmos integrierten Songstrukturen, als auch mit dem offensichtlichen ökonomischen und künstlerischen Misserfolg, der zu Korrekturen Anlass gab.

In fast jeder Hinsicht stellt der Zweitling von Archive ein Zwischenalbum dar: Personell wurde nach Meinungsverschiedenheiten Abschied von der Sängerin Roya Arab und dem Rapper Rosko John genommen. Die übrig gebliebenen Soundteppichleger Danny Griffiths und Darius Keeler füllten die Lücke mit der Engländerin Suzanne Wooder – dies sollte aber eine Übergangslösung bleiben, denn schon beim Nachfolgealbum übernahm der die Band stark prägende Craig Walker das Mikrophon. Auch musikalisch unterscheidet sich „Take My Head“ vom restlichen Werk der Band. Vom dunklen, an Massive Attack erinnernden Trip Hop von „Londinium“ ist kaum noch etwas übrig geblieben und die Progressive-Rock-Elemente der kommenden Alben werden höchstens angetönt. Vor allem fällt aber auf, dass die für Archive typische dunkle Grundstimmung vollständig fehlt und stattdessen helle Töne und eher einfache Melodien vorherrschen, etwas was, wenn auch sehr eingeschränkt, erst wieder auf „Lights“ zutrifft.

Eröffnet wird die Platte mit „You Make Me Feel“, welches wohl dem Geschmack des Kollektivs immer noch entspricht – zumindest wurde der Song während der „Lights“-Tour regelmässig gespielt und er findet sich auch auf dem Live-Album „Live At The Zenith“ wieder. Sehr gut können anhand dieses Tracks die Stärken und Schwächen des Albums analysiert werden: Während der Kontrast zwischen den sehr zurückhaltenden Gesangspassagen und den von Gitarren und rücksichtslosen Drums getriebenen, sehr druckvollen Stellen und die Verwendung eines chinesischen Marsch-Samples ihre Wirkungen nicht verfehlen, fällt auf, dass der Aufbau eher plump und lieblos daher kommt und die Lyrics kaum flacher sein könnten (Your love is like no other/ I want no other lover/ Our love will be forever). Verglichen mit den späteren Archive-Meisterwerken wie „Again", bei welchem jeder Ton zu sitzen scheint und dem Song sehr viel Zeit eingeräumt wird, um seine Intensität zu steigern, wirken die Tracks auf „Take My Head“ unfertig. Sehr oft finden sich zwar gute Ideen, die aber nie wirklich ausgearbeitet wurden. Diese Feststellung deckt sich mit den Beschwerden des Kollektivs, welches die Einmischung des Labels auf die Fertigstellung des Albums beklagte. Wohl auch deshalb dauern alle Tracks – ganz untypisch für Archive – nur zwischen drei und fünf Minuten – wie fürs Radio geschrieben. Dass das Label nach dem Misserfolg des Albums den Vertrag einstellte, erscheint im Nachhinein als Glücksfall.

Anspieltipps sind „The Way You Love Me“, das sich zu einem pulsierenden Rhythmus langsam in die Gehörgänge einschmeichelt, „Cloud In The Sky“ der noch am ehesten an den Trip Hop von „Londinium“ erinnert und mit einem düsteren Beat brilliert, und „Take My Head“, bei welchem mit Befehle wiedergebenden Samples und dem massiven Einsatz von kreischenden Gitarren und Elektronik gearbeitet wird. Auch hier ist wie beim ersten Track ein grosser Kontrast zwischen Leise und Laut erkennbar.

Gerade die Verbindung zwischen den aufs Radio schielenden, eher poppigen Songs und dem wirtschaftlichen Flop hat sich als Segen für die Band erwiesen. Als Lehre aus diesem Misserfolg wurden die darauf folgenden Alben allesamt selber produziert und dabei wenig Rücksicht auf die Vermarktung genommen - mit viertelstündigen Songs, der Abkehr von süssen Melodien, dem Ausdrücken negativer Gefühle („Hate“, „Get Out“) statt romantischer Liebesschwüre und dem erneuten Wechsel des Musikstils. Und siehe, der Erfolg kam zurück.

(as)

]]>
out-of-space.ch Review: Magnetfisch - Body On The Left, Soul On The Right urn:uuid:DD69D307-0A89-071F-6AFBC89DEF308061 2009-09-21T18:09:03Z Hauptsächlich beeinflusst vom Electropop und der generellen musikalischen Stimmung der Achziger- und früheren Neunzigerjahre, wenden sich Magnetfisch auch mit ihrem neuen Album Body On The Left, Soul On The Right nicht von dieser Ära ab. Wer genau hinhört, pickt wohl hie und da immer mal wieder ein Stückchen New Wave, ein Stückchen The Cure-Mässige Gitarre oder ähnliches auf. Aber dennnoch kann man das "Pop" in der Beschreibung "Electropop" nicht weglassen.

Die dritte LP der berner Band vereinigt einige Stile und Stimmung in sich. So hat die Sängerin Seline Kunz eine sehr schöne Stimme, die ohne weiteres auch im Trip Hop zuhause sein könnte, wenn die Anzahl BPM für einmal nur halb so hoch wäre. Hier klingt ihr Gesang recht reif, durch die gefälligen Melodien aber auch (nicht abwertend gemeint) recht poppig.

Einige der Song fallen aber erst wirklich auf, wenn sie ein wenig vortgeschritten sind. So zum Beispiel das Titelstück "Body On The Left, Soul On The Right", welches mit (gesampelter?) Gitarre beginnt, die dann ein wenig später vom Beat unterstützt wird. Doch dann wird die Musik wieder heruntergeschraubt, um dann Stück für Stück wieder hochgefahren und zusammengebaut zu werden. Sehr schön gemacht, mit diesem kleinen Überraschungseffekt.

Der nächste Track ist dann (für manche vielleicht auch eine kleine Überraschung), in deutscher Sprache benannt. "Eine Frage der Atemtechnik" ist jedoch ein Instrumentalstück, so dass es bei der deutschen Sprache im Titel bleibt (das selbe gilt übrigens für zwei weitere Titel in deutscher Sprache "Absolut Windig" und "Auf Zum Letzten Gefecht"). Selines Stimme ist aber dennoch zu hören, einfach ohne Text. Sowieso ist dieser Track einer der schönsten auf dem Album; atmosphärisch und ausdauernd.

Vom Pop weg bewegt sich die Musik immer mal ein wenig, denn hie und da wurden immer wieder kleinere Dissonanzen eingebaut, einzelne Instrumente im Hintergrund, die feine, harmoniefremde Klänge einstreuen oder gar nur ein wenig "schwimmen" (wie z.B. in "China"). Dies nimmt der Musik die Sterilität und Künstlichkeit, unter der Electropop sonst vielmals leidet. Aber da auf dem Album einige "organische" Instrumente vertreten sind, war diese Gefahr sowieso nie sehr gross. Generell kann man sagen, dass Magnetfisch immer eine sehr ausgewogene Mischung aus elektronischen und "konventionellen" Instrumenten einsetzt.

Von einer Band, die als ihre musikalischen Wurzeln jene Zeit von The Cure, And Also The Trees (von denen das Cover "Roulette" stammt) und New Wave-Bands angibt, könnte man ein überaus düsteres Album erwarten. Die Düsterkeit findet man hier jedoch nur ansatzweise, und meistens mit einem gleichzeitigen Augenzwinkern. Ironischerweise Überzeugen vor allem einerseits der Gesang von Seline und andererseits die Instrumentalstücke. Der Gesang wurde sehr schön und mit einigem Augenmerk auf Overdubs etc. eingespielt, und bei den Instrumentalstücken können die Instrumente loslegen, ohne auf Refrain-Strophen-Abfolgen Rücksicht zu nehmen. Body On The Left, Soul On The Right ist auf jeden Fall ein gelungenes , sorgfältig produziertes und vielschichtiges Album, welches nicht nur auf den ersten Blick gefällt.

(grid)

]]>