Review: The Brandt Brauer Frick Ensemble – Mr. Machine

(24.10.2011 / !K7 Records)
Während dem Hören der CD fiel mir recht schnell das Klavier auf, und der Jazz. Ein Orchester? Tempi, die gesteigert werden. Ich fühle mich wie in einem Krimi. Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, pushende Beats, Adrenalin. Vielleicht auch Theatermusik? Tuba und Harfe (?). Wow! Eine theatralische Steigerung der Stücke. Mir kommt Matthew Herbert in den Sinn und Roisin Murphy. Freaky, trashig, noisy, fantasievoll, experimentierfreudig und sehr hohe Qualität, die spürt man. Ja, es ist sogar tanzbar. Ich denke, es ist Musik, die Kinder und Erwachsene gleichzeitig ansprechen kann.

Für Brandt Brauer Frick stellen die Schlagzeuge, Streichinstrumente und Klaviere, die seit jeher das Fundament der abendländischen Musik bilden, das Bindeglied zwischen ihrer von der Klassik geprägten Vergangenheit und ihrer vom Techno geprägten Gegenwart dar. “Jahrelang haben wir bei den meisten Versuchen, Techno und klassische Musik zu kombinieren, die Authentizität vermisst”, sagt Paul Frick. “Anstatt nur die typischen Elemente einzusetzen, etwa epische Orchester- oder Klavierklänge, reizt es uns, die schmutzigen und perkussiven Seiten jener Instrumente zu erforschen und Techniken von Komponisten wie John Cage oder Helmut Lachenmann zu adaptieren: wir präparieren unser Klavier mit Schrauben und Radiergummis und klopfen ein Instrument von allen Seiten ab, bis wir auf den wunderbaren Klang stossen”.

Gewissermassen haben sich die drei ihr Leben lang auf solch ein ehrgeiziges Projekt vorbereitet. Daniel Brandt und Jan Brauer musizierten im Rahmen von Jazz-Schulensembles zum ersten Mal zusammen und liessen später diese musikalische Beziehung neu aufleben, indem sie ein Dance-Duo mit Jazzeinflüssen namens Scott gründeten. Paul Frick bekam von klein auf eine klassische Musikausbildung, studierte an der Universität der Künste Berlin Kompositions bei Friedrich Goldmann und komponierte House-Nummern, die orchestrale Instrumentierung sampelten.

(Quelle: Biographie Brandt Brauer Frick)

Die Musik geht ab. Eine Art von Techno, aber ein natürlicher Techno, fast nichts ist synthetisch. Ein Mann singt, sehr schön! Die Stimme erinnert mich an Radiohead. Vom gesamten Arrangement her kommt mir Dani Siciliano in den Sinn. Ruhig, und doch tanzbar. Und sehr viel Jazz! Viele Instrumente kommen vor, sie scheinen mir so nah und natürlich, so echt. Nach dem vielen Computersound den man überall hört fast eine Erholung. Immer wieder fühle ich mich mitten in einer Verfolgungsjagd, immer wieder Hektik, die Geige fiedelt ganz schnell. Aber es ist die Stimme, die immer wieder beruhigt. Es ist eher Orchester als Partytechno. Und trotzdem kann ich mir gut vorstellen die Musik an einer Party laufen zu lassen. Drive, drive, drive. Es ist ein Rad, das ständig rennt, antreibt. Das gefällt mir.

Der Gesang ist manchmal zweistimmig, und man spürt eine richtige Truppe dahinter. Spontan kommt mir der Name “Jazzy Dance-Group” in den Sinn. Brandt Brauer Frick liefern sehr kreative Musik, erfrischend, neu, spontan, spielerisch. Ich bin begeistert!

Ich glaube, das Tempo spielt eine wichtige Rolle. Und Blasinstrumente, die den Ton anzugeben scheinen. Kinofilmmusik? Theater? Man spürt, wie Geschichten erzählt werden. Marschierend und trommelnd. Jazziger Trash, vermischt mit einem bisschen Elektro, viel Trommel-Beat und einer Prise Orchester/klassischer Musik. Manchmal moderner Jazz, disharmonische Klänge bis hin zu Funky Sounds. Die ganze Palette an Instrumenten wird stolz präsentiert. “Teufelsleiter” heisst einer der Tracks, lustig.

Toll, sehr toll! Die Platte muss man hören. Ich bin ein grosser Fan.

(meret)

Web: brandtbrauerfrick.de


Tracks:

  1. Mr. Machine
  2. Bop
  3. Pretend
  4. You Make Me Real
  5. Mi Corazon
  6. On Powdered Ground (Mixed Lines)
  7. Teufelsleiter
  8. 606 ‘N’ Rock ‘N’ Roll

Teaser:

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