Archive for the Konzert category
Matthew Herbert am Shift Festival 2010
by grid on August 31st, 2010
Eben ist es rausgegangen, das Mail mit den Detailinformationen zum diesjährigen Shift Festival im Dreispitzareal Basel. Da, wo uns Q-Bert und Strotter Inst. vorletztes Jahr entzückte und Cluster und Hebden & Reid letztes Jahr leider nicht ganz überzeugen konnten, da werden auch dieses Jahr wieder grosse Namen auf der Bühne stehen.
Einer dieser Namen ist sicher Matthew Herbert, über den auf out-of-space.ch schon einiges berichtet wurde. Er wird am Freitag Abend einen Auftritt geben, bei dem er Samples von einem früheren Konzert vom Frankfurter Club Robert Johnson verwendet und sich so quasi selbst recycelt. Auch am Freitag ist zudem Bruno Spoerri, ein Elektronikkünstler der ersten Stunde, zusammen mit Joy Frempong zu sehen. Joy (auf out-of-space.ch z.B. auch bekannt durch ihre Zusammenarbeiten mit Filewile) wird zudem mit ihrem Projekt Oy am Donnerstag das Festival eröffnen. Abgeschlossen wird der Freitag vom britischen DJ Andy Votel.
Am Samstag wird das Moriz von Oswald Trio zu Gast sein, bestehend aus Moriz von Oswald (Basic Channel, Maurizio, Rhythm&Sound), Max Loderbauer (Chica and The Folder, Sun Electric, NSI) und Vladislav Delay (Luomo, Uusitalo, AGF/Delay), allesamt Pioniere der Berliner Szene.
out-of-space.ch wird sicher wieder vor Ort sein um von diesem immer wieder nicht nur wegen der Musik sehr sehenswerten Festival zu berichten.
Mehr Informationen: http://www.shiftfestival.ch
(Bild: matthewherbert.com)
Konzerteindrücke: DJ Shadow @ Kaserne, Basel
by jacques on August 9th, 2010
Dass nicht nur das Geschehen auf der Bühne für die Wahrnehmung eines Konzertes verantwortlich ist, weiss jeder, der schon einmal von schwatzenden Twens oder grölenden Teens aus dem Sog einer beinahe perfekten Darbietung herausgerissen wurde. Bereits Kleinigkeiten können sich negativ oder positiv auf das Musikerlebnis auswirken. Leider mussten sich die Zuhörer am letzten Samstag in Basel beim Auftritt von DJ Shadow nicht nur mit Kleinigkeiten herumschlagen.
Man mag den Veranstaltern ja verzeihen, dass das DJ Set wegen Problemen mit den Beamereinstellungen erst mit beachtlicher Verspätung beginnen konnte und wenn mir das Basler Bier nicht zu schmecken vermochte, kann man dies der Stadt am Rhein wohl auch nicht vorwerfen. Wirklich störend und den Genuss der Veranstaltung sehr erschwerend war aber die unglaubliche Hitze, die in der Reithalle der Kaserne herrschte und schon nach einigen Sekunden Schweissbäche von der Stirn tropfen liess. So bildete sich recht schnell eine grosse Ansammlung von Menschen, die Josh Davis’ Darbietung beim Ausgang oder gar im Gang lauschte, wobei dort bei der Akustik, die sowieso eher unterdurchschnittlich war, zusätzliche Abstriche in Kauf genommen werden mussten. Zudem sorgte die Hitze dafür, dass im Publikum eine stete Unruhe herrschte und ständig Gruppen in nassen T-Shirts an einem vorbeidrängten – und auf einmal wünschte man sich schwatzenden Twens oder grölenden Teens, wenn sie denn nur stehen bleiben würden.
Der Auftritt von DJ Shadow, nach eigenen Aussagen sein erster in der Schweiz seit sechs Jahren, war, und dies lässt das ungenügende Umfeld umso tragischer erscheinen, wirklich gelungen. Nicht nur legte er viele Klassiker aus „Endtroducing…..“ auf, diese wurden selbstverständlich auch in neuem Kleid präsentiert und sinnvoll, aber nie anbiedernd dem Dancefloor und der Zeit angepasst. Oft zeigte sich Davis’ Liebe zum Drum’n'Bass mittels schneller Breakbeats und tiefer Bassläufen.
Fast noch mehr als von den musikalischen Überarbeitungen vermochten die Tracks von den Visuals zu profitieren. Je nach Track wurden 8bit-Animationen, Bilder von Basel, Schriftzüge oder Videos im Stile von Aphex Twins Clips projiziert, wobei auch immer wieder Live-Bilder vom Shadows scratchenden Händen zu sehen waren. Wenig überraschend schienen die bisher unveröffentlichten neuen Titel nicht ganz mit den alten Hits mitzuhalten – wobei zu beachten ist, dass wohl die besten Tunes beim ersten Hören nicht mit seit über zehn Jahren regelmässig gehörten Lieblingstiteln konkurrieren könnten.
Zu hoffen bleibt, dass DJ Shadow in nächster Zeit unter besseren Bedingungen noch einmal in der Schweiz zu sehen ist. Am liebsten wäre mir dabei ein Auftritt im Fri-Son, welches von Prefuse 73 passenderweise als „Freezin’“ verballhornt wurde.
Bad Bonn Kilbi 2010: Ein kleiner Rückblick
by jacques on May 30th, 2010
Heute Morgen ging in Düdingen die schönste Kilbi des Landes zu Ende. Arbeitsbedingt verpasste ich leider den einen oder anderen potentiell interessanten Act der zwanzigsten Bad Bonn Kilbi, wobei ich vor allem das Fernbleiben beim Auftritt von Richard D. James bedaure – obwohl hier die Einschätzungen sehr weit auseinandergehen und ich von „enttäuschend“ bis „überragend“ das ganze Spektrum an Attributen zu hören bekam. Auch beim verpassten Auftritt von Hot Chip und bei einigen anderen Konzerten waren die Meinungen sehr uneinheitlich, was, so denke ich, unter anderem der oft unterdurchschnittlichen Abmischung auf der Zeltbühne zuzuschreiben ist, etwas, was nicht alle Musikkonsumenten gleich stört und auch bis zu einem gewissen Grad ortsabhängig ist.
Meine unbestrittenen Highlights waren die beiden Krautrockauftritte von Neu! und Beak>. Da Klaus Dinger leider vor zwei Jahren verstarb, wurde Michael Rother, das nun letzte lebende Neu!-Mitglied, bei seiner Darbietung von Neu!-Klassikern vom Sonic-Youth-Drummer Steve Shelley und von Aaron Mullan (Tall Firs) begleitet. Die hochkarätigen Musiker, die sehr eingespielt wirkten, und insbesondere Shelley, der die repetitiven Dinger-Beats gekonnt umsetzte, sorgten für ein sehr sauberes Klangbild, sodass all die kleinen Veränderungen und die gekonnten Steigerungen der doch schon über dreissigjährigen Originale ihre Wirkung optimal entfalten konnten. Als jemand, der Neu! bisher nur ab Platte kannte, begriff ich hier erstmals wirklich, dass es sich hierbei eigentlich um Live-Musik handelte, die vieles von Minimal bis Drum’n'Bass vorwegnahm.
Mit dem Projekt Beak> vertieft Portisheads Geoff Barrow zusammen mit Matt Williams und Billy Fulle die Krautrockelemente, die bereits auf „Third“ und dem von ihm produzierten Album der Horrors angedeutet wurden. Obwohl Neu! sicher eine wichtige Inspiration sind, zeigten sich im direkten Vergleich doch gewisse Unterschiede. So wirken die Titel von Beak> deutlich skizzenhafter und chaotischer, was durchaus einen rauen Reiz ausübte. Live wurde gegenüber dem Album der oft eher gemurmelte, wie aus der Ferne erklingende Gesang mehr ins Zentrum gestellt, was sicher keine schlechte Entscheidung war. Die ab CD manchmal ein bisschen gar kopflastige Musik wirkte im Konzert erstaunlich tanzbar und durchaus zugänglich. Der Abschluss mit einer Motorik-Version des „Hair“-Titels „Let The Sunshine In“ empfand ich auch als sehr gelungen.
Neben diesen beiden Höhepunkten gefielen mir auch der energiegeladene Auftritt der Noise-Rocker von HEALTH, auch hier war die Perkussion das eigentlich dominierende Element, der leider nur dreissigminütige experimentelle Auftritt vom Sonic-Youth-Gitarristen Lee Ranaldo und die Zusammenarbeit von Koch-Schütz-Studer und den Young Gods sehr. Da ich die letzten Young-Gods-Alben nie als durchgehend gelungen empfand, würde es mich freuen, wenn man beim nächsten Album die kreative Energie dieses Zusammenspiels spüren könnte.
Trotz arbeitsbedingter Müdigkeit, einem oft viel zu vollen und somit zu heissen Haus und einiger Abmischprobleme, war die Kilbi wieder einmal ein gelungener Start in den Festival-Sommer.
Konzertbilder: Efterklang @ Walzwerk Münchenstein
by grid on May 7th, 2010
Efterklang Live @ Fahrbar (Walzwerk), Münchenstein, 06. Mai 2010.
Support: Heather Woods Broderick
Konzertbericht: http://www.out-of-space.ch/konzertberichte/ Efterklang/Fahrbar+(Walzwerk),+Münchenstein
(Bilder: twintip)
Archive Live: Stream auf Couleur3
by grid on March 5th, 2010

Am 30. Januar spielten Archive live im Salle Métropole in Lausanne. Mit dabei war der welsche Radiosender Couleur3.
Auf deren Website kann man nun das ganze Konzert als Stream anhören.
Siehe hier.
Einzige Wehrmutstropfen sind, dass man sich das Konzert nur heute anhören kann und dass man sich zum Anhören den eher mühsamen RealPlayer installieren muss.
Setlist:
01. Collapse/Collide
02. Bastardised Ink
03. Kings Of Speed
04. Fuck U
05. Lines
06. Blood In Numbers
07. You Make Me Feel
08. Dangervisit
09. Lights
10. To The End
11. Controlling Crowds
12. Pulse
13. Quiet Time
14. Bullets
(Dank an Joe für den Hinweis)
Filmscore von Goldfrapp- und Portishead-Mitgliedern
by jacques on March 5th, 2010
Zwar kam der Film “La Passion de Jeanne d’Arc” vom dänischen Regisseur Carl Theodor Dreyer bereits 1928 in die Kinos, hat also bereits ein beachtliches Alter auf dem Buckel, ein reges Zuschauerinteresse dürfte der Vorführung, die am 7. Mai in Bristol über die Bühne gehen wird, trotzdem garantiert sein.
Dann wird der Stummfilm nämlich mit einer Live-Performance des von Adrian Utley (Portishead, aber auch auf dem aktuellen Massive-Attack-Album vertreten) und Will Gregory (Goldfrapp) komponierten neuen Filmscores vorgeführt.
Quelle: pitchfork.com
Konzertbilder: The Young Gods & Anna Aaron @ Volkshaus Basel
by grid on December 23rd, 2009
Hier haben wir für euch noch ein paar stimmungsvolle Bilder vom Konzert der Young Gods vom 19. Dezember 2009 im Volkshaus Basel, welche von Anna Aaron supportet wurden.
Zudem gab es noch einige Überraschungen an diesem Abend, wie zum Beispiel ein Franz Treichler, der eine Ukulele spielt oder Erika Stucky, die zwei Songs (unter anderem “Gimme Shelter” der Rolling Stones) zum besten gibt und dabei auch mal zu einem “My First Sony” greift.
Konzertfotos: Massive Attack in Winterthur
by grid on November 26th, 2009
Hier einige beeindruckende Bilder vom Massive Attack-Konzert gestern in der Eishalle Deutweg in Winterthur. Ein Konzertbericht folgt in Kürze auf out-of-space.ch kann hier gelesen werden:
http://www.out-of-space.ch/konzertberichte/Massive+Attack/Eishalle+Deutweg+Winterthur
(Bilder: twintip)
Lamb / Archive / Massive Attack Special – Teil IV
by grid on September 8th, 2009
Das erste unserer Klassiker-Kozerte (siehe Special auf der Hauptseite) ging nun bereits über die Bühne. Hier könnt ihr einen kleinen Bericht und einige Bilder von dem gelungenen Abend an den Winterthurer Musikfestwochen mit Martina Topley-Bird, Morcheeba und Lamb sehen.
Weiter geht es in unserer Klassiker-Reihe mit Archives Debüt Londinium:
Archives Erstling Londinium machte schon mit seinem Cover-Artwork, einer Landschaft, in der drei OP-Scheinwerfer einen Satz Leuchtstoffröhren “ansehen”, einen leicht “Pink-Floydigen” Eindruck. Diese Assotiation findet man dann auch in der Musik wieder, hier aber erst noch sehr versteckt. Mehr in diese Richtung geht es erst mit dem übernächsten Album, “You All Look The Same To Me“.
Das ganze Review von diesem Schmuckstück gibt es hier zu lesen.
Bereits erschienen in dieser Reihe ist das Review von Lambs Debüt Lamb, von Fear Of Fours und von deren drittem Album, What Sound. Weitere Klassiker kann man hier finden.
Die Konzertdaten der drei Bands sind übrigens:
Musikfestwochen Winterthur: Bilder von Lamb
by grid on August 31st, 2009
Am Samstag, 29.08. ging einer der drei Konzertabende über die Bühne, denen wir mit unserem Special (siehe Hauptseite) besondere Aufmerksamkeit widmen. An einem Abend gab es die ehemalige Sängerin von Tricky, Martina Topley-Bird, Morcheeba und Lamb zu sehen.
Martina Topley-Bird überraschte vor allem durch das Setup: Nur sie selbst am Fender Rhodes (und manchmal an der E-Gitarre), und der blonde, grinsende Typ an den Drums, mit allen möglichen, wie aus einem Flohmarkt zusammengesammelten Percussionsinstrumenten. Die meisten Songs waren sehr entspannt, minimalistisch und bewegend, wie zum Beispiel das The Stranglers Cover “Golden Brown“. Einen Eindruck vom ersten Song “Lying” kann man sich auch hier holen.
Die neue Sängerin von Morcheeba hingegen ist wohl eher Geschmackssache. Vom Ausdruck der Stimme ist Skye natürlich nur schwer zu erreichen, dafür gab es von Manda diverse Tanzeinlagen zu sehen. Die Klassiker der Band aus der Big Calm-Ära kamen eigentlich recht gut rüber, die neueren Songs klangen manchmal ein wenig banal.
Zum Ende des Abend erschien dann Lamb, die sich nach fünf jahren Soloarbeit wieder zusammengefunden haben. Obwohl es keine neuen Songs zu hören gab, konnte die Band nach anfängliche Schwierigkeiten des Mischers in Sachen Power an die alten Zeiten anknüpfen. Zu hören gab es Songs von allen Alben, inklusive des nicht unbedingt tanzbaren “Cotton Wool” von ihrem erstling “Lamb“. Und die gewaltige Publikumsnähe war nicht nur von der Bühne aus spürbar, sondern kam auch daher, dass Lou Martinas Konzert mit dem restlichen Publikum verfolgte und Andy sich im Stage-Diving versuchte (siehe Bilder), und nach dem Konzert beim Bühnenausgang noch etliche Hände schüttelte und Küsschen verteilte.
(Pictures by René, thanks a lot!)






















