Blog von out-of-space.ch, dem Schweizer Portal für Trip Hop und elektronische Musik

Archive for the donnerstagsCDtipp category

donnerstagsCDtipp: Phil Retro Spector – Introversion

by grid on December 10th, 2009

phil-retro-spector-intoversionDas “Mashup“-Genre wird zumeist damit in Verbindung gebracht, irgendein verschrobener Track aus den 1970ern mit irgendwelchen House-Tracks zu vermischen und somit tanzbar zu machen. Eher selten findet man filigranes, ruhiges und introvertieres unter der ganzen Mashup-Flut, die man auf einschlägigen Seiten finden kann.

Eine Ausnahme – und deshalb sehr empfehlenswert – ist deshalb die Arbeit von Phil Retro Spector, einem Mashup-Künstler, welcher uns durch seine Mitarbeit beim genialen Mashed In Plastic aufgefallen ist.

Auf Introversion nun gibt es neben Nancy Sinatra, Bon Iver, Philip Glass oder Johnny Cash auch Bands wie Sia und Morcheeba zu hören.

Aber nicht viel weiter erklärt, lieber heruntergeladen, denn das Album ist nur ein Klick entfernt:

http://bootlegsmade4walking.com/2009/09/22/introversion/

donnerstagsCDtipp: FM Belfast – How To Make Friends

by grid on November 19th, 2009

FM Belfast - How To Make Friends

FM Belfast, bereits Kult in Reykjavik, machen fröhliche elektronische Tanzmusik, bei der der Spaß nicht zu kurz kommt. Stillsitzen ist nicht möglich, es herrscht absolute Mitsingeuphorie. Die Band wurde 2005 durch Arni Hlodversson und Loa Hjalmtysdottir gegründet. Später stießen Arni Vilhjalmsson und Orvar Smarason zur Band. Im Oktober 2006 spielte FM Belfast das erste richtige Konzert auf dem Iceland Airwaves Festival in Reykjavik. Seither machten sie sich an verschiedenen Konzerten einen Namen als geniale Live-Band. Die Live-Stimmung der Band, kann auch problemlos über CD ins Wohnzimmer transportiert werden. Das Debütalbum “How To Make Friends” verkaufte sich allein auf Island über 5000 Mal. Am 22.01.2010 wird das Album nun endlich auch im restlichen Europa veröffentlicht.

Reinhören kann man jetzt schon hier:

http://www.myspace.com/fmbelfast

http://www.fmbelfast.com

Den Konzertbericht vom Iceland Airwaves 2009 findet man hier.

(p.tester)

donnerstagsCDtipp: Mamanet – Ki-mono

by grid on May 28th, 2009

Der heutige Tipp erinnert an die schweizer Band Neve, obwohl keine Sitar vorkommt.

Die ukrainische Band Mamanet hat ihr Album Ki-mono zum freien Download ins Internet gestellt. Und hören lassen kann es sich bestimmt. Es klingt zwar an vielen Stellen recht stark nach der Electro-Jazz-Trip-Hop-Mischung der späten ‘90er Jahre, jedoch schon eher an deren gute Vertreter. Mit viel Gitarre auch mal den Post-Rock streifend, entwickelt sich die Musik von Mamanet meist zu sattem Kopfnicker-Sound, bei dem vor allem die treibenden Drums auffallen. Und mit dem Ausflug in die Muttersprache der Musiker (“Dub Is Not For Chicks“) und in die Disco (“Discotheque Man“) ist auch für die Abwechslung gesorgt.

Wir sagen danke und “Ukraine: 12 Points“.

Reinhören:

Sirens:

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Download bei Last.fm:
http://www.last.fm/music/Mamanet/KI-MONO

donnerstagsCDtipp: Tracing Arcs – Fin LP

by grid on April 16th, 2009

Und wieder ein Tipp aus dem Creative Commons-Umfeld:

Die Band Tracing Arcs, seit Mitte der 90er Jahre schon aktiv, macht mit ihrer Mischung aus teils jazzigen, meist düsteren, mitunter auch trip-hoppigen Klängen und der an Allison Goldfrapp erinnernden Stimme von Fran Kapelle zwar entspannte, aber auch mysteriöse und teilweise fast ein wenig bedrohliche Musik.Im Dezember ‘08 veröffentlichten sie nun das Album Fin LP auf dem NetLabel Dusted Wax Kingdom.

Kontrabass, Streicher, Vibraphon, Piano, Drums – und die Stimme, die meist ein wenig tiefer als die ideale Stimmlage singt. Das macht die Musik intim, geheimnisvoll und verführerisch.

Anspieltipps:

Animals

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Headspin

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Downloaden kann man das Album beim Internet Archive in Qualität bis zu 320 Kbps:
http://www.archive.org/details/DWK030

Das Album erschien mit den Creative Commons-Attributen by-nc-nd.

donnerstagsCDtipp – Mogwai hört Trip Hop

by grid on March 12th, 2009

Speaking of compilations: In diesem Rahmen ein Hinweis auf eine Compilation, auf der Ausschliesslich Netlabel-Inhalt aus dem Bereich Trip-Hop zusammengestellt wurde. Mogwai hat in diesem Fall nichts mit der Postrock-Band aus Glasgow zu tun, sondern ist der Name der Website, auf welcher diese Compilation erschienen ist. Diese sieht sich selbst als “Netlabel für zeitgenössische elektronische Musik”, eine interessante Quelle also.

Und neben den Compilations “Mogwai hört Ambient” und “Mogwai hört Techno” ist da also auch eine mit dem Namen “Mogwai hört Trip Hop” erschienen. Vieles darauf ist zwar eher in die Richtung Fahrstuhlmusik oder in die Ecke der aberhundert Cafe-del-Mar-Kopien zu stellen, viele ist jedoch auch relativ hochkarätig.

So kann z.B. der Track “Do Not Twist (Malmö Sighs Remix By Turnus)” von Bobby Baby durch ziemlich viel Düsterniss und interessante Klänge begeistern. Auch “Nemo” von Kairaus ist eher auf der schrägen und speziellen Seite. “Bahia” von Ascalaphe hat zwar klare Latin-Einflüsse, ist aber nicht dieses aalglatte Geleier und Geplätscher, welches gegen Ende der 90er mal Mode war.

Sowieso ist die zweite Hälfte der 18 Tracks eher zu empfehlen als die erste Hälfte, denn in der zweiten wirds eher ein wenig ausgefallener.

Und da das Genre “Trip Hop” eh nie richtig definiert wurde (und eigentlich nur eine Medienerfindung war), ist die Diskussion hier auch hinfällig, ob das nun Trip Hop ist oder nicht.

Zum Download des Albums, hier entlang:
http://mogwai.de/2008/11/mh01-mogwai-hrt-trip-hop.html

donnerstagsCDtipp – Wakka Chikka Wakka Chikka Vol. 2

by grid on February 19th, 2009

Um gleich zur Sache zu kommen: Der volle Name dieser Compilation ist Wakka Chikka Wakka Chikka: Porn Music For The Masses Vol 2. Und das beschreibt auch am besten, was man zu erwarten hat. Eine Zusammenstellung von 20 Tracks (plus ein Bonustrack), welche sich auf verschiedene Arten mit dem Thema, ähm, “Schweinkram” befassen.

Interessant hier ist nicht nur dieses gemeinsame Thema, sondern auch die verschiedenen Ausprägungen und Auslegungen. Neben den Tracks, bei denen es ganz offensichtlich zu und her geht, beinhaltet die Compilation, die schon die Vorsetzung der Volume 1 mit dem gleichen Thema ist (siehe unten), auch Tracks, welche diese Sache ein weniger subtiler angehen.

So ist zum Beispiel der Track “Strong Women” von Hydropods eine Hommage an starke Frauen:

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Vieles davon ist auch einfach Fahrstuhlmusik, bei welcher man sich so seine eigenen Gedanken zum (gedachten) Verwendungszweck machen kann. Und einige Tracks haben, bis auf ganz kurze Samples, nichts offensichtliches mit dem Thema zu tun, wie z.B. “autoeroTik” von 8m2stereo.

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Neben dem Thema selbst ist somit also auch die Vielfalt der Umsetzungen und die verschiedenen Ausprägungen reizvoll an dieser Zusammenstellung. Einzig sollte man sich beim lauten Anhören darauf gefasst machen, dass mal eine delikatere Stelle in einem Track kommt – dies kann mitunter auch zu Peinlichkeiten führen.

Gratis Downloaden, Beschreibungen und Links zu allen Künstlern und der Link zum genannten Volume 1 gibt es hier:

http://www.wmrecordings.com/releases/wm076.htm

donnerstagsCDtipp: Axial – Senóide

by grid on January 29th, 2009

Bossa Nova (mit portugiesischen Texten), Jazz, “björkeske” Bläsercombos und Minimal Electro lassen sich kombinieren, wie Axial mit ihrem Gratis-Album Senóide demonstrieren. Die helle Gesangsstimme der Brasilianerin Sandra Ximenez erinnert durch die portugiesischen Texte natürlich gleich an Bebel Gilberto, der Bossa Nova schwingt jedoch nur immer ganz fein im Hintergrund der Tracks mit – das hat wohl mit der brasilianischen Herkunft der Musiker zu tun. Vielleicht ist es aber sogar nur Einbildung.

Eigentlich liegt der Vergleich zu Björk näher, wie man im einminütigen Track “Exú” hören kann – dieser erinnert, wie auch andere Tracks der CD, an den “Anchor Song” von Björks Album Debut.

Axial – Exú

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Sonst steht auch die Elektronik im Vordergrund – feine, vertrackte Mini-Beats, meist sphärisch ausgefüllt mit Saxophon und Klarinette, die im Duett auch mal an die Hamburger Band Kante oder die Alternative-Rockban Dredg erinnern.

Im Vergleich zu der “üblichen” brasilianischen Musik ist Axial aber vielmals melancholisch und ein wenig “noir”, beinahe wie aus einem älteren französischen Film:

Axial – Cantiga De Amigo

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Weitere Anspieltipps:

Axial – Filha Da Palavra

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Axial – Eu Danço

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Ein sehr stimmiges Album, auf dem es immer mal wieder neue Facetten zu entdecken gibt, auch wenn die Gesamtstimmung sehr düster ist. Aber das wird vom Albumcover ja bereits suggeriert.

Senóide von Axial kann man auf der Website der Band kostenlos downloaden:
http://www.axialvirtual.com/indexeng.html

donnerstagsCDtipp: Clorofila Azul – Revisitado (sem Voz)

by grid on January 8th, 2009

Und auch diesen Donnerstag weisen wir nochmal nach Portugal, auf das Netlabel test tube. Gefunden haben wir da die Test Tube mit der Nummer 89. Dieses Album von Hugo Santos alias Clorofila Azul birgt 15 Tracks, zusammengestellt aus unzähligen Schnipseln von Instrumentalmusik, Beats und Geräuschen.

Das Ergebnis sind 67 Minuten an Tracks, die mal ruhig und “dubbig” dahinfliessend, mal bewegt und eher ins Industrial abdriften.

Und trotz einer Machart, die jener von Four Tets Tracks nicht unähnlich ist, ist der Sound von Clorofila Azul trotzdem sehr eigen und eigentlich nicht mit viel anderem vergleichbar.

Tipps zum Reinhören:

Tribo

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Theme for a motion picture II

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As andorinhas chegaram…

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Das ganze Album zum Downloaden gibts hier:

http://testtube.monocromatica.com/releases/tube089.htm

donnerstagsCDtipp: Multi-Panel – The Door

by grid on December 11th, 2008

Das Portugiesische Netlabel test tube bietet, im Vergleich zu seinem grossen Bruder mono¨cromatica, dessen Sub-Label es ist, die Musik all seiner Künstler zum freien Download an. Denn es ist laut eigener Beschreibung, und wie der Name schon suggeriert, eine Testumgebung für Musik. Mit über hundert verschiedenen Artists kommt da auch eine entsprechende Menge an Musik zusammen. Die aktuelle Zählung steht bei 148 “test tubes”, also Alben oder EPs. Diese Menge ist natürlich schier unüberblickbar, dehalb haben wir einige Stichproben genommen und aus diesen das hier vorgestellte Album (plus zwei weitere) Ausgesucht.

Multi-Panel, ein im 1985 in Utrecht geborener Holländer, hat auf test tube mit The Door eine feine kleine EP veröffentlicht, die sich zwischen Elektronischer Musik und akustischen Gitarren hin und her bewegt. Im Vergleich zu den anderen “test tubes” sind die Tracks eher verhalten fröhlich, aber dennoch ruhig. Gitarren, Fender Rhodes und auch mal ein Banjo wechseln sich ab und werden z.B. bei “Show You Around” gar mit ganz zögerlichem (und deshalb sehr schönem) Gesang ergänzt. Die sieben meist um die 2 1/2 Minuten langen Tracks sind nicht aufdringlich sondern sehr entspannt und locker. Vielleicht gerade im Moment ein guter Weg, mit dem tristen Dezemberwetter fertig zu werden.

Download / reinhören:
http://testtube.monocromatica.com/releases/tube108.htm

Weitere Tipps auf test tube:

Shelter – Sleepyhead falls off the edge of the world

Hip-Hop gepaart mit etwas, was manchmal ein wenig nach Efterklang (oder auch Console) klingt

http://testtube.monocromatica.com/releases/tube110.htm

A Sankip Hummad – Le Sac De Sonido

Fein frickelnde Elektronik…

http://testtube.monocromatica.com/releases/tube117.htm

donnerstagsCDtipp: Jay-Jay Johanson – The Long Term Physical Effects Are Not Yet Known

by grid on November 20th, 2008

Der Schwede Jay-Jay Johanson war mir bisher ehrlich gesagt kein Begriff. Wohl aber das Cover seines ‘02er Albums “Antenna“. Jenes Coverbild zeigt einen androgyn gestylten Johanson – vom Stil her vermutet man dahinter eher Musik in Richtung David Bowie (tatsächlich ist der Stil in etwa Electropop). Mit dem 2007 veröffentlichten Album “The Long Term Physical Effects Are Not Yet Known” geht Johanson jedoch in die Richtung, mit welcher er am meisten verknüpft wird: Trip-Hop.

Musikalisch erinnern viele Tracks auf dem Album an das Debüt von Archive, Londinium. Viel Fender Rhodes und Hammond, schleppende Drumloops, Streicher und ab und zu eine Elektrische Gitarre. Der Beat des Openers “She Doesn’t Live Here Anymore” könnte auch von Portisheads “Mysterons” übernommen worden sein. Die Schwedische Popmusik schimmert aber auch immer mal wieder hindurch, so zum Beispiel beim Refrain des Tracks “Rocks In Pockets“. Die Heimat Schweden verpflichtet scheinbar sowohl zu einigen (wohlgemerkt geschmackvollen) Pop-Anleihen, als auch zu einer gewissen Düsternis, Melancholik und zum Falsettgesang (siehe José González). Auch einige Anleihen aus dem Jazz wurden gemacht, wie die Drums in “As Good As It Gets” zeigen.

Wer wieder einmal Ausflüge in düstere Musikwelten im Stile von Portisheads Dummy oder wie gesagt Archives Londinium machen möchte, der soll dieses Album einmal in Betracht ziehen. Der einzige Stolperstein könnte die Stimme bzw. Stimmlage des Sängers sein. Wenn man sich jedoch eine Weile mit der Musik befasst hat sieht und hört man, dass sie sehr vielschichtig und tief ist – sprich da gibt es noch einiges zu entdecken.

Die Veröffentlichung seines neuestes Werkes “Self-Portrait” ist übrigens scheinbar vezögert – die Blog-Einträge auf seiner MySpace-Seite sind eher verwirrend. Der letzte Eintrag spricht von einer Veröffentlichung im Januar 2009 für die meisten Länder.

Reinhören: http://www.myspace.com/jayjayjohanson
(der Track “Only For You” ist von diesem Album)